HEALTH ECONOMY
Erhöhung der Impfquote wird zum Dauerbrenner © APA / AFP / Thomas Kienzle
© APA / AFP / Thomas Kienzle

Redaktion 04.02.2022

Erhöhung der Impfquote wird zum Dauerbrenner

Während die WTO Lösungen im Impfpatentstreit sucht, will die heimische SVS mit einem Bonus die Quote erhöhen.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Selbstständige und Bauern bekommen 100 €, wenn sie einen ganzheitlichen Impfschutz nachweisen. Einen entsprechenden Bonus zahlt ihre Sozialversicherung (SVS) aus, wenn sie nicht nur die Corona-Impfung, sondern alle vom Nationalen Impfgremium empfohlenen Impfungen absolviert haben. Das kündigte SVS-Obmann Peter Lehner an. Die Aktion ist einmalig und kann ab sofort bis 31. Dezember 2022 von allen bei der SVS krankenversicherten Personen beantragt werden.

Der Verwaltungsrat der SVS hat für die Aktion 90 Mio. € bewilligt. Lehner sprach – bezogen auf singuläre Maßnahmen – von der „größten Präventionsinitiative der Sozialversicherungs-Geschichte”. Er betonte, dass man damit ein Anreizsystem schaffe; es gehe darum, die Prävention voranzutreiben. Und dabei wolle man darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur die Corona-Impfung gebe, sondern auch andere, die etwas ins Hintertreffen geraten seien. Da die Empfehlungen mit dem Lebensalter differieren, erfolgt eine Clusterung in drei Altersgruppen: Kinder bis 15 haben die Impfungen gegen Influenza, HPV, FSME, Pneumokokken und die Kombinationsimpfungen Masern-Mumps-Röteln sowie Diphterie-Tetanus-Pertussis-Poliomyelitis-Hämophilus nachzuweisen. Bei Personen zwischen 15 und 60 sind es die Impfungen gegen Corona und FSME und die Kombinationsimpfungen Masern-Mumps-Röteln sowie Diphterie-Tetanus-Pertussis-Polio. Erwachsene ab 60 haben die Impfungen gegen Pneumokokken, FSME, Corona und Influenza nachzuweisen.

„Geimpft Gesünder”

Die Aktion wird mit der Kampagne „Geimpft Gesünder” auf den Kommunikationskanälen der SVS beworben. Die Kampagne ist Teil der umfassenden Präventionsstrategie der SVS. Mit dem Vorsorgeprogramm können Selbstständige bei Erreichen der Gesundheitsziele ihren Selbstbehalt von 20 auf zehn Prozent halbieren und, wenn sie ihre Gesundheitsziele nachhaltig verfolgen, nochmals auf fünf Prozent halbieren. Daneben gibt es einen „Gesundheitshunderter” zur Unterstützung für diverse Ernährungs- und Bewegungsprogramme sowie einen „Sicherheitshunderter” zur Unterstützung für Trainings und Kurse zur Unfall-Prävention und Arbeitssicherheit.

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