HEALTH ECONOMY
Hausärzte werden jetzt zum Wahlkampfthema © PantherMedia/Sepy
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Martin Rümmele 26.01.2018

Hausärzte werden jetzt zum Wahlkampfthema

Die ärztliche Versorgung beherrscht die Landtagswahlen in den Bundesländern. Nun soll es Verbesserungen geben.

••• Von Martin Rümmele

ST. PÖLTEN/KLAGENFURT. Allgemeinmedizinische Praxen, die nicht nachbesetzt werden können, Nachwuchsmangel bei Ärzten und die anstehende Pensionierungswelle werden zu Wahlkampfthemen bei den Landtagswahlen in Niederösterreich und Kärnten. Auch in den später wählenden Ländern Tirol und Salzburg gibt es bereits Debatten.

Mehr Geld für Ärzte

Das Land Niederösterreich hat nun die „Initiative Landarzt” gestartet. Sind Kassenstellen längere Zeit nicht besetzt, soll künftig die Landeskliniken-Holding einspringen und Mediziner für die Praxen zur Verfügung stellen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) forderte zudem mehr Studienplätze für Medizin in Österreich. Zudem stellt das Land für jene, die als Landarzt einspringen, 5.000 bis 50.000 € Einstiegsprämie zur Modernisierung der Ordination zur Verfügung. Außerdem könnten praktische Ärzte künftig etwa bei schlechter Witterung Unterstützung durch Rettungsdienste anfordern – das Land übernehme Kosten bis insgesamt 500.000 € jährlich.

In Kärnten präsentierten nach einer Debatte im Landtag ÖVP, FPÖ und Grüne eigene Konzepte zum möglichen Landarztmangel. „Die Gründe für den Landärztemangel liegen auf der Hand – beispielsweise erschwerte Bereitschaftsdienste, das Aus vieler Hausapotheken aufgrund des sperrigen Apothekengesetzes oder teure Investitionen in medizinische Infrastruktur bei der Errichtung einer Praxis”, sagte VP-Klubobmann Ferdinand Hueter. Er fordert Investitionszuschüsse für die Errichtung von Landarztpraxen. Positive Anreize, um die Aufgabe als Landarzt für junge Menschen zu attraktivieren, verlangt auch der Gesundheitssprecher der Grünen im Kärntner Landtag, Reinhard Lebersorger. Die SPÖ hingegen sieht Kärnten nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ gut aufgestellt.
Erfreut zeigte sich der Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer, Johannes Steinhart, über Ankündigungen von Hauptverbandschef Alexander Biach im Kampf gegen den Hausärztemangel. „Höhere Honorare für Hausärzte und die Möglichkeit, dass Ärzte andere Ärzte anstellen können, wären zwei ganz wesentliche Schritte.”

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