HEALTH ECONOMY
Immer mehr Initiativen © Österreichische Post

Omikron und Homeoffice belasten Unternehmen zunehmend. Immer mehr Stimmen fordern deshalb stärkere Impfbemühungen.

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Omikron und Homeoffice belasten Unternehmen zunehmend. Immer mehr Stimmen fordern deshalb stärkere Impfbemühungen.

Redaktion 28.01.2022

Immer mehr Initiativen

Weitere Kampagnen machen jetzt für Corona-Impfungen mobil und wollen so ein Gegengewicht zu Gegnern und Skeptikern schaffen.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN / LINZ. Die Medien stecken in der Coronapandemie in einer Zwickmühle: Einerseits will man ausgewogen berichten und sich nicht dem Vorwurf der Maßnahmenkritiker aussetzen, dass man einseitig informiert, andererseits ist die wissenschaftliche Faktenlage recht eindeutig. „False balance” – falsche Ausgewogenheit – nennen Wissenschaftsjournalisten ein Phänomen der medialen Verzerrung, bei dem einer Minderheitenmeinung unverhältnismäßig viel Raum gegeben wird, sodass fälschlich der Eindruck entsteht, Minderheitenmeinung und Konsensmeinung seien gleichwertig. Medienkonsumenten erhalten dadurch bei einer Pro & Contra-Berichterstattung das Gefühl, dass auch die öffentlichen Meinung 50:50 ist.

Breite Mehrheit für Impfung

Dass dem in Sachen Corona-Impfung nicht so ist, zeigt, dass sich doch mehr als 75% – in manchen Regionen sogar schon bis zu 80% haben impfen lassen. Gleich mehrere Initiativen machen nun gegen spaltende Impfdebatten mobil.

Oberösterreichische Unternehmen starten am Donnerstag eine Kampagne für die Corona-Impfungen. Unter dem Motto „Wir haben etwas gegen Corona!” haben sich vorerst 22 bekannte Unternehmen zusammengeschlossen, um, so wörtlich, „eindringlich das zu propagieren, was sich im Kampf gegen Corona als das einzig schlüssige und zielführende Mittel erwiesen hat: Die Impfung!” Mit dabei sind unter anderem BMW Steyr, Siemens, FACC, Energie AG, Lenzing, Miba, GE Healthcare, die Voest, Greiner AG, Resch & Frisch, backaldrin und die Teufelberger Holding. In einem gemeinsam verfassten Aufruf appellieren die Vorstände und Geschäftsführer der oberösterreichischen Unternehmen im Rahmen der Kampagne an das Verantwortungsbewusstsein und die Solidarität der Menschen.

DMB. als Kampagnenpartner

Die Kampagne wird über einen eigenen Instagram- und Facebook-Account, über YouTube sowie über sämtliche Kanäle der mitwirkenden Unternehmen und eine Landingpage (www.impfenistdieantwort.at) ausgespielt. Zusätzlich wird die Kampagne auch in Printmedien ihren Niederschlag finden. Konzipiert hat die Kampagne die Agentur Demner, Merlicek & Bergmann/DMB.

Um „das Verbindende wieder vor das Trennende” zu stellen, haben, wie berichtet, zudem ORF, Ärztekammer, Rotes Kreuz und die ÖGK die Kampagne „Du+Ich=Österreich” ins Leben gerufen.
Die wiederum von Wissenschaftern gestartete Initiative „Wir Alle” ruft ebenfalls zum Impfen auf und tritt für eine „Versachlichung der Pandemie-Debatte” ein. Ihr Aufruf: In der Corona-Debatte solle „die Mehrheit – klug, solidarisch und geimpft – nicht länger schweigen”. Daraus hat sich die „Initiative besorgter BürgerInnen – Wir Alle” entwickelt. Mehr als 3.500 Personen haben bisher die Initiative unterstützt. Ziel hier: die Impfquote auf über 95% zu heben.

Lichtermeer-Petition

Die Initiatoren des Corona-Lichtermeers „YesWeCare” wiederum haben am Montag den offiziellen Startschuss für ihre schon im Dezember online gestellte Petition gegeben. Sie wurde bisher von knapp 21.000 Menschen unterschrieben. Auch die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft unterstützen den Wunsch nach einem respektvollen Miteinander sowie nach Verbesserungen etwa im Pflege- oder Bildungsbereich. Mit-Initiator Daniel Landau betonte das Gemeinsame: „Nein, das Land ist nicht gespalten”, sagte er.

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