HEALTH ECONOMY
Impfstoff-Überblick © APA/AFP/University of Oxford/John Cairns

Auch wenn es noch keine Zulassungen für einen Corona-Impfstoff gibt – die Hersteller produzieren bereits auf gut Glück.

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Auch wenn es noch keine Zulassungen für einen Corona-Impfstoff gibt – die Hersteller produzieren bereits auf gut Glück.

Redaktion 27.11.2020

Impfstoff-Überblick

Die Zulassung von Corona-Impfstoffen rückt näher; drei Kandidaten haben gute Chancen, heuer noch zu punkten.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die Chancen für einen Corona-Impfstart zu Beginn des kommenden Jahres stehen gut. Denn alle Hersteller haben mit einmaligen öffentlichen Hilfen bereits vor der Zulassung mit der Produktion auf gut Glück begonnen und könnten so bereits nach einer erfolgten Zulassung erste Mengen liefern. Österreich rechnet damit, 500.000 bis in­klusive Februar impfen zu können.

Zulassung im Dezember

„Wenn alles ohne Probleme verläuft”, könnten die Impfstoff-Kandidaten von Pfizer-Biontech und Moderna „in der zweiten Dezemberhälfte 2020” eine bedingte Marktzulassung erhalten, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Biontech-Mitgründer Ugur Sahin hält eine Auslieferung und Zulassung des Corona-Impfstoffs in diesem Jahr ebenfalls für möglich – sein Team arbeite „fieberhaft” daran, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. In den USA haben Pfizer und Biontech einen Zulassungsantrag eingereicht. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA sei in „täglichem Kontakt” mit ihrem US-Pendant FDA, um die Bewertung der Impfstoffkandidaten möglichst zeitgleich durchzuführen, sagte von der Leyen nach einer Video-Konferenz der EU-Staats- und Regierungschefs.

Das Mainzer Unternehmen Biontech mit seinem US-Partner Pfizer sowie das US-Unternehmen Moderna hatten bei der Impfstoffentwicklung zuletzt Durchbrüche vermeldet. Auch das britische Pharmaunternehmen AstraZeneca legte zusammen mit der Universität Oxford positive Daten vor.

Bis Sommer alle geimpft

Die Impfung „steht knapp vor unseren Türen”, betonte Alexander Herzog, Generalsekretär des heimischen Verbands der pharmazeutischen Industrie (Pharmig). „Wir sind sehr zuversichtlich, dass Anfang des kommenden Jahres Impfstoffe zur Verfügung stehen”, sagte auch Renee Gallo-Daniel, Präsidentin des Verbands der Impfstoffhersteller (ÖVIH). Zwar sei die Zulassung noch die große Unbekannte, aber von den Zeitplänen der Hersteller her sei es realistisch, dass bis zum Sommer so viel zur Verfügung stehen wird, dass jeder in Österreich, der dies wünscht, auch geimpft werden kann, erklärte Clemens Martin Auer, Sonderbeauftragter im Gesundheitsministerium.

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