HEALTH ECONOMY
Impftag zeigt Lücken © dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Impfexperten haben wie jedes Jahr einen neuen Impfplan erstellt, der neue Entwicklungen berücksichtigt.

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Impfexperten haben wie jedes Jahr einen neuen Impfplan erstellt, der neue Entwicklungen berücksichtigt.

Redaktion 24.01.2020

Impftag zeigt Lücken

Der Impfplan des Gesundheitsministeriums baut die Vorsorge zu Pneumokokken aus; Masern bereiten Experten Sorgen.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. „Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten, wirksamsten präventiven Maßnahmen in der Medizin”, heißt es im Impfplan 2020 des Gesundheitsministeriums, der am Wochenende beim Österreichischen Impftag präsentiert worden ist. In Österreich sei da einiges aufzuholen: „Die derzeitige Situation erfordert vor allem Anstrengungen zur Reduktion des Erkrankungsrisikos an Keuchhusten und Masern. Auch Influenza verursacht jedes Jahr bis zu 1.000 Todesfälle, darunter auch Todesfälle bei zuvor vollkommen gesunden Kindern. Hier ist es ebenfalls notwendig, die Durchimpfungsraten deutlich zu erhöhen”, schreibt das Expertengremium, das den Plan erstellt hat. Jedes Jahr passt das Autorenteam des Österreichischen Impfplans die Details jeweils an die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen an. „Es gibt in diesem Jahr zahlreiche Neuerungen”, sagte die Wiener Vakzinologin Ursula Wiedermann-Schmidt. Bei den kostenlosen Kinderimpfungen findet sich beispielsweise eine erhebliche Änderung bei der Pneumokokken-Impfung. Der neue Impfstoff wirkt nun nicht mehr gegen zehn, sondern gegen 13 Stämme der Pneumokokken.

Ärzte wollen Impfpflicht

Diskutiert wurde beim Impftag auch über eine mögliche Impfpflicht. Erst vor wenigen Tagen hat Deutschland ein Quasi-Impfpflichtgesetz gegen Masern beschlossen. Die Österreichische Ärztekammer fordert ebenfalls eine Masern-Impfpflicht. Die Strategie der vermehrten Information hätte nicht ausreichend gewirkt, sagte Kammerpräsident Thomas Szekeres zu Beginn des Impftages. Nicht hohe Strafen, aber der Vermerk im Mutter-Kind-Pass und die Koppelung der Höhe von Sozialleistungen an die von Kindern absolvierte Immunisierung seien zu fordern, betonte er.

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