HEALTH ECONOMY
Innovation fördern © Christian Husar/Pharmig

Experten-Talk bei der Pharmig-Generalversammlung mit Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein.

© Christian Husar/Pharmig

Experten-Talk bei der Pharmig-Generalversammlung mit Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein.

Karina Schriebl 04.05.2018

Innovation fördern

Pharmaindustrie ortet in Österreich „innovationsängstliches” Klima. Man diskutiere zu viel über Finanzierungen.

••• Von Karina Schriebl

WIEN. „Arzneimittelinnovationen leisten einen wesentlichen Beitrag zum Patientennutzen. Allerdings gibt es in Österreich eine Angst vor Innovationen”, sagte Pharmig-Präsident Martin Munte am Wochenende bei der Generalversammlung des heimischen Pharmaverbandes. Die pharmazeutische Industrie wolle ihren Beitrag für eine bessere Versorgung leisten und tue das auch mit innovativen Produkten. Munte: „Sie ist ein starker Partner, wenn es darum geht, das Gesundheitswesen im Sinne der Patienten weiterzuentwickeln.”

Ministerin für Transparenz

Zusammenarbeit ist für Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) das Um und Auf, um Patientennutzen zu schaffen. Sie betonte bei der Pharmig-Generalversammlung, dass es nicht nebeneinander, nicht gegeneinander, sondern nur miteinander gehe. Im Gesundheitswesen sei zentral, den Patienten, den Versicherten in den Mittelpunkt zu stellen. Oft stünden dagegen vielmehr Finanzierungsströme im Zentrum und es fehle der Blick auf die Patientenbedürfnisse. Die Finanzierung aus einer Hand sei jedenfalls ein Ziel, wo es auch konkrete Ansätze gäbe, etwa im Rahmen der Landes-Zielsteuerungsverträge. Darüber hinaus sprach die Ministerin vom Leuchtturmprojekt Digitalisierung. Die Telemedizin oder auch die E-Medikation könnten die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen effektiver gestalten, etwa zwischen Ärzten und Apothekern.

Wenn es darum gehe, welcher Patient speziell in der Krebsbehandlung welche Therapien bekomme, so ist es laut Hartinger-Klein wichtig, hier entsprechende Gremien einzusetzen, die auch in einem ethischen Diskurs zu Entscheidungen kommen, und zwar mit einer entsprechenden Transparenz. AKH-Mediziner Ulrich Jäger hatte davor die Bedeutung von Tumorboards für die Entscheidungsfindung bei Therapien angesprochen. Er unterstützte die Aussage der Ministerin und betonte gleichzeitig, dass die akademische Forschung in dieses System eingebaut werden müsse. Studien tragen dazu bei, dass Arzneimittelausgaben eingespart werden könnten; daher sei es wichtig, den Wert klinischer Forschung zu erhöhen.

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