HEALTH ECONOMY
Kapazitäten stärken © APA/AFP/Ina_Fassbender

Zuletzt gab es wieder einen starken Anstieg an Covid-19-Fällen auf heimischen Intensivstationen, berichten Ärzte.

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Zuletzt gab es wieder einen starken Anstieg an Covid-19-Fällen auf heimischen Intensivstationen, berichten Ärzte.

Redaktion 19.03.2021

Kapazitäten stärken

Die dritte Corona-Welle rollt bereits: Experten fordern, die Intensivmedizin für künftige Krisen optimal aufzustellen.

WIEN. Die aktuelle Gesundheitskrise hat vielen erst richtig bewusst gemacht, wie entscheidend es ist, Intensivmedizin auf qualitativ höchstem Niveau betreiben zu können. „Das Fach Anästhesie und Intensivmedizin als ein Rückgrat der Spitalsversorgung wurde zuvor oft nicht so wahrgenommen”, sagt Klaus Markstaller, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) aus Anlass des „Wiener Anästhesietalks”.

Enorme Anstrengungen

„Die gute Ausstattung der Intensivmedizin in Österreich war und ist ein wichtiger Vorteil in der Krisenbewältigung. Seit Beginn der Pandemie wurden enorme Anstrengungen unternommen, dass sie nicht an ihre Kapazitätsgrenzen stößt”, so der ÖGARI-Präsident. „Jetzt geht es darum, die Intensivmedizin auch optimal für künftige Krisensituationen vorzubereiten.”

Er sei sehr dankbar dafür, dass alle in der Intensivmedizin tätigen Berufsgruppen schnell und professionell auf die großen Herausforderungen reagiert und in Österreich mit großartiger Arbeit viele Menschenleben gerettet hätten, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Die Politik sei in den vergangenen Jahren immer wieder mit Kritik wegen der im internationalen Vergleich hohen Intensivbettendichte in Österreich konfrontiert gewesen. „Diese Krise hat uns anschaulich vor Augen geführt, dass Investitionen in das Gesundheitssystem viel wert sind.” Es sei wichtig, jetzt sicherzustellen, dass die Intensivmedizin auch so leistungsfähig bleibe, betonte der Minister.

Starker Anstieg

„Wir alle haben enorm viel gelernt in dieser Krise, unter anderem, dass die Ressource ‚Intensivmedizin' nicht einfach über Nacht erweiterbar ist”, betonte auch Eva Dichand, Herausgeberin der Tageszeitung Heute und Vorsitzende des Universitätsrats der MedUni Wien. „Denn es geht nicht nur um ausreichend viele Geräte, wie dies zu Beginn oft verkürzt dargestellt wurde, sondern um das hochqualifizierte Personal, das nicht vervielfachbar ist.” Markstaller warnte vor einer neuen Welle: „Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Österreichs Intensivstationen ist innerhalb von zwei Wochen um mehr als 23% gestiegen.” (red)

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