HEALTH ECONOMY
Mehr Fälschungen © BMF/Wenzel

Finanzminister Gernot Blümel (r.) präsentierte die neue Bilanz der Zollbehörden in Sachen illegale Medikamente.

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Finanzminister Gernot Blümel (r.) präsentierte die neue Bilanz der Zollbehörden in Sachen illegale Medikamente.

Redaktion 05.11.2021

Mehr Fälschungen

Der heimische Zoll hat heuer schon deutlich mehr gefälschte und geschmuggelte Medikamente aufgegriffen als 2020.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. In Österreich sind in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 bereits mehr illegale Medikamente sichergestellt worden, als im gesamten vergangenen Jahr. Laut Zollverwaltung liegen die Aufgriffe bereits 12,9% über dem Vorjahreswert, berichtete das Finanzministerium am Donnerstag.

„Unrühmlicher Rekord”

Von Jänner bis September sind laut den Angaben 190 kg, 2.157 Packungen, 556 Flaschen und 275.808 Stück an gefälschten oder illegalen Arzneiwaren aus dem Verkehr gezogen worden. „Bereits 2020 hat der Zoll aus damaliger Sicht so viele Fälle wie nie zuvor in einem Jahr verzeichnet”, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). „Dass dieser unrühmliche Rekord heuer noch übertroffen wird, ist nun traurige Gewissheit.”

Allerdings habe sich die Art der aufgegriffenen Medikamente verändert. „Schmugglerbanden, die hinter diesen großen Schmuggelfällen stehen, reagieren auf Zollkontrollen und weichen rasch auf andere Routen und Destinationen aus”, so der Finanzminister. So sind etwa Kleinsendungen auf dem Postweg angestiegen. „Die durch die Pandemie nochmals gestiegenen Internet-Einkäufe machen auch vor Bestellungen von gefälschten oder illegalen Arzneien nicht halt: 95 Prozent, also die überwiegende Anzahl der Medikamente, wurden im Postverkehr beschlagnahmt”, sagte Blümel.
„Die hohe Zahl der Aufgriffe führt uns alarmierend vor Augen, wie sehr der Handel mit illegalen und gefälschten Arzneimitteln floriert und das Leben von Patientinnen und Patienten gefährdet. Ich rufe in Erinnerung: Fake-Medikamente unterliegen keinerlei Qualitätskontrolle. Ob sie überhaupt wirken und wenn ja, wie, wird weder untersucht noch geprüft. Zum Schutz der eigenen Gesundheit sollte hier absolut kein Risiko eingegangen werden”, mahnt Alexander Herzog, Generalsekretär der Pharmaverbands Pharmig.
Auch die Apothekerkammer zeigt sich in Bezug auf die Fälschungen besorgt. Für die Bevölkerung gebe es nur einen einzigen sicheren Weg: jenen in die Apotheke, betont Raimund Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. „Ausschließlich dort sollte man Medikamente kaufen.”

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