HEALTH ECONOMY
Neue Strukturen © APA / EXPA / Johann Groder

Novartis stellt die Strukturen um. Das Geschäft mit Innovationen wird gestärkt, Sandoz mit Werk in Tirol steht am Prüfstand.

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Novartis stellt die Strukturen um. Das Geschäft mit Innovationen wird gestärkt, Sandoz mit Werk in Tirol steht am Prüfstand.

Redaktion 08.04.2022

Neue Strukturen

Novartis richtet das Pharmageschäft neu aus und stellt sich künftig nach geografischen Gesichtspunkten auf.

••• Von Martin Rümmele

BASEL / NEW YORK / WIEN. Der Schweizer Pharmariese Novartis stellt seine Hauptsparte künftig geografisch statt nach Therapiegebieten auf und richtet sie stärker auf den amerikanischen Markt aus. Im Geschäft mit patentgeschützten Medikamenten – genannt Innovative Medicines – fällt die Unterscheidung in die Bereiche Pharmaceuticals und Oncology weg, wie der Arzneimittelhersteller am Montag mitteilte. Stattdessen gibt es künftig zwei eigenständige Vertriebsorganisationen – eine für die USA und eine für den Rest der Welt.

„Agiler, wettbewerbsfähiger”

Die beiden Einheiten werden Novartis zufolge über alle Therapiebereiche hinweg eigenverantwortlich für Erträge, Kundenbetreuung und Vertrieb operieren. Die eigene US-Geschäftseinheit solle dabei helfen, in den USA unter die fünf umsatzstärksten Pharmakonzerne vorzustoßen. Im weltgrößten Gesundheitsmarkt erzielte Innovative Medicines im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel seines Gesamtumsatzes von 42 Mrd. USD. „Das vereinfachte Organisationsmodell (…) ist zentraler Bestandteil unserer Wachstumsstrategie”, erklärte Konzernchef Vasant Narasimhan. „Es macht uns agiler und wettbewerbsfähiger.” In den vergangenen Jahren hatte die Pharmaindustrie vor allem auf horizontale Strukturen gesetzt und die jeweiligen Länderverantwortlichkeiten reduziert.

Durch die Neuordnung des dominierenden Pharmageschäfts will Novartis die allgemeinen Vertriebskosten bis 2024 um mindestens eine Mrd. USD senken. Der Schweizer Konzern erzielte 2021 mehr als 80% des Umsatzes und mehr als 90% des operativen Gewinns im Geschäft mit patentgeschützten Arzneien. Das zweite Standbein Sandoz, das Geschäft mit Nachahmermedikamenten, hat der Konzern im vergangenen Jahr auf den Prüfstand gestellt.

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