HEALTH ECONOMY
OTC im Umbruch © Merck KGaA

In Österreich hat Merck ein OTC-Werk in Spittal an der Drau (Kärnten), das derzeit weiter ausgebaut wird.

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In Österreich hat Merck ein OTC-Werk in Spittal an der Drau (Kärnten), das derzeit weiter ausgebaut wird.

Karina Schriebl 20.04.2018

OTC im Umbruch

Der Markt für rezeptfreie Medikamente (OTC) ist massiv in Veränderung. Merck verkauft an P&G, Pfizer sucht noch.

••• Von Karina Schriebl

WIEN/FRANKFURT. Der Markt für rezeptfreie Medikamente (OTC – Over the Counter) ist stark im Umbruch. Nachdem sich, wie berichtet, Novartis aus dem Joint Venture mit GlaxoSmithKline (GSK) zurückgezogen und den Anteil für 10,5 Mrd. € verkauft hat, stößt nun auch der deutsche Pharmariese Merck sein OTC-Geschäft ab. Käufer ist für 3,4 Mrd. € der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble (P&G).

Neuausrichtung

„Der Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts ist ein wichtiger Schritt in der strategischen Ausrichtung von Merck auf innovationsgetriebene Geschäfte in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials”, sagte Merck-Chef Stefan Oschmann. Bei Analysten kam das positiv an: „Das wird dem Unternehmen dabei helfen, sich auf das Pharmageschäft zu konzentrieren”, teilten die Morgan-Stanley-Experten mit. Auch die Börse regierte positiv auf den Verkauf. Procter & Gamble stellt unter anderem Wick-Erkältungsmittel her. Das Unternehmen, das auch für Pampers-Windeln und Ariel-Waschmittel bekannt ist, baut mit dem Zukauf sein Arzneimittel-Geschäft deutlich aus. Zu der Merck-Sparte für rezeptfreie Medikamente gehören neben anderen der Nasenspray Nasivin und Femibion-Schwangerschaftsvitamine. Der Geschäftsbereich setzte im vergangenen Jahr gut 900 Mio. € um. Insgesamt sollen nach Merck-Angaben etwa 3.300 Mitarbeiter zu Procter & Gamble wechseln, wenn die Arbeitnehmervertreter zustimmen. In Österreich hat der Konzern ein OTC-Werk in Spittal an der Drau.

Auch der US-Pharmakonzern Mylan war an dem Geschäft interessiert. Andere mögliche Käufer waren der Lebensmittelkonzern Nestlé, Perrigo sowie die Stada-Eigentümer Bain and Cinven.
Neben Merck und Novartis prüft auch der US-Pharmakonzern Pfizer einen Verkauf seines Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten, zu dem etwa Centrum-Vitaminpräparate gehören und das bis zu 20 Mrd. USD wert ist. Dieser Prozess war zuletzt aber ins Stocken geraten, nachdem Reckitt Benckiser und GSK einer möglichen Übernahme eine Absage erteilt hatten.

 

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