HEALTH ECONOMY
Pandemiefolgen werden langsam sichtbarer © APA/dpa/Marijan Murat
© APA/dpa/Marijan Murat

Redaktion 14.01.2022

Pandemiefolgen werden langsam sichtbarer

Österreich ist doch nicht so gut durch die Krise gekommen, wie bisher behauptet wurde. Das zeigt eine Analyse.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Österreich habe die Pandemie bisher gut bewältigt, heißt es von der Politik. Daten dazu haben bisher eher gefehlt. Mit zunehmender Dauer der Pandemie werden die Folgen klarer sichtbar und da zeigt sich, dass andere Länder bisher besser durch die Krise gekommen sind.

Arbeitsmarkt unter Druck

Durch die Coronapandemie sind in Österreich rund 74.000 Stellen verloren gegangen. Auch die Arbeitslosenquote ist gestiegen und hat im Gegensatz zu anderen Euro-Ländern das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht. Im 10-Jahres-Vergleich ist Österreich das Land mit dem höchsten Anstieg der Arbeitslosenquote im Euroraum. Damit sind Österreich und Luxemburg die einzigen Länder mit einer negativen Bilanz, analysiert die Unternehmensberatung Ernest & Young (EY). Während sich andere Länder derzeit schon wieder im Aufschwung befinden, habe Österreich das Vorkrisenniveau bisher nicht erreicht: Für 2022 rechnet EY mit einer Verbesserung der Situation und einer Arbeitslosenquote von 5,3%.Die von EY berichteten Arbeitslosenzahlen stützen sich auf die Erhebungsmethode der International Labour Organization (ILO). Diese unterscheidet sich von den nationalen Berechnungen, die in Österreich vom AMS durchgeführt werden. Das liegt daran, dass Arbeitslosigkeit in den beiden Methoden unterschiedlich definiert wird.

Die Coronapandemie ist einer anderen Studie zufolge global mit bisher rund 39 Mrd. € der drittgrößte Versicherungsschaden aller Zeiten – nach Berechnungen musste die Branche nur nach dem Hurrikan „Katrina” im Jahr 2005 und nach dem Angriff auf das World Trade Center mehr zahlen. Expertenschätzungen aus der Anfangszeit der Pandemie besagen, dass Covid-19 die Versicherer rund 100 Mrd. € kosten wird. Die Versicherer mussten vor allem wegen erzwungener Betriebsschließungen und des Ausfalls von Großveranstaltungen in die Tasche greifen.
Offen sind noch die Auswirkungen auf Staatsfinanzen und die Schuldenstatistiken zur Krisenbewältigung. Dazu kommt, dass etwa die Behandlungs- und Präventionskosten für Covid-19 noch nicht völlig erhoben sind.

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