HEALTH ECONOMY
Pharma-Hochbetrieb © APA/AFP/ANP/Rob Engelaar

IndustrieDie Forschung nach Therapien und Impfstoffen läuft derzeit auf Hoch­touren. Eine Lösung kann aber noch dauern.

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IndustrieDie Forschung nach Therapien und Impfstoffen läuft derzeit auf Hoch­touren. Eine Lösung kann aber noch dauern.

Redaktion 20.03.2020

Pharma-Hochbetrieb

Die Coronakrise bringt auch die Arzneimittel-Branche ins Schwitzen. Man sucht Therapien und Versorgungswege.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die österreichischen Apotheken und der Pharma­großhandel zeigen sich in der Corona-Krise gerüstet. Man werde den Betrieb unter allen Umständen aufrechterhalten, erklärte Apothekerkammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr. Großhandelssprecher Andreas Windischbauer sagte, man tue alles, um Lager und Lieferkette zu schützen. „Wir sind aufgerufen, die kritische Infrastruktur öffentliche Apotheken aufrechtzuerhalten”, sagte Mursch-Edlmayr. „Es kommen viele Kunden, es gibt viele Rezepte, es wird aber auch viel gekauft.” Von großen Hamster-Aktionen könne aber auch nicht die Rede sein. Die Apotheken würden jedenfalls normal offen halten und den Betrieb möglichst reibungslos gestalten.

Lieferprobleme als Sorge

Ein anderes Thema sind internationale Lieferengpässe: Zuletzt hat die Ankündigung von Arzneimittel-Exportbeschränkungen durch Indien für Aufsehen gesorgt. Viele Wirkstoffe – vor allem für Generika – kommen aus China und werden schließlich in Indien für die Produktion der Arzneimittel verwendet. Bisher zeigt sich laut Herba Chemosan-Vorstandsvorsitzendem Windischbauer keine Veränderung der Situation: „Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Liefersituation im Vergleich zu den vergangenen Monaten verändert hat.” Bei den Herstellern gehe man davon aus, dass kurzfristig wenig Änderungen auftreten würden. „Aber die Industrie kann nicht sagen, ob Lieferschwierigkeiten nicht in Zukunft zunehmen könnten.

Suche nach Therapien

Auf Hochtouren läuft international und in Österreich die Forschung nach Medikamenten und einem Impfstoff. Das deutsche Robert Koch-Institut hat allerdings am Mittwoch Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gedämpft. „Ich persönlich schätze es als realistisch ein, dass es im Frühjahr 2021 sein wird”, sagte Präsident Lothar Wieler. Klinische Testphasen könne man nicht verkürzen. „Wir müssen ein Sicherheitsprofil haben. Impfstoffe können ja Nebenwirkungen haben”, sagte Wieler. Der schweizerische Pharmakonzern Roche verstärkt indes die Produktion von Covid-19-Tests. Roche will damit schon in nächster Zukunft Millionen Tests zur Verfügung stellen.

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