HEALTH ECONOMY
Pharmabranche sieht moderates Wachstum © APA/dpa/Daniel Reinhardt
© APA/dpa/Daniel Reinhardt

Redaktion 15.11.2019

Pharmabranche sieht moderates Wachstum

Die Arzneimittel-Ausgaben der Kassen werden bis 2023 nur mäßig wachsen, ist die Pharmabranche überzeugt.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Durchschnittlich um 1,5% pro Jahr wird der erstattungsfähige Arzneimittelmarkt bis 2023 wachsen. Das ist jener Bereich an Medikamenten, die in Apotheken abgegeben und von den Krankenkassen bezahlt werden. Präsentiert wurde die Berechnung am Donnerstag von Experten des Marktforschungsinstituts Iqvia und dem Institut für höhere Studien (IHS).

Basis für Gespräche

Auftraggeber waren der Apothekerverband, der WK-Fachverband der chemischen Industrie und die Pharmaverbände FOPI und Pharmig. Der gemeinsame Auftritt – untermauert durch die Präsenz der jeweiligen Präsidenten – war ungewöhnlich: In den vergangenen Jahren gab es vor allem zwischen Apothekern und Industrie weniger Kooperation. Mit der Analyse wollen die Gesellschaften gerüstet sein für Gespräche mit den Krankenkassen und hier Fakten vorlegen. In den vergangenen Jahren gab es bei Preisverhandlungen und Rabattgesprächen immer wieder Debatten über die unterschiedliche Betrachtungsweise der Marktentwicklung zwischen Pharmabranche und Krankenversicherung. Mit Forderungen verknüpfen will die Branche die Zahlen vorerst aber nicht, wurde bei der Pressekonferenz am Donnerstag betont. Man lege aber nur ein Rechenmodell auf den Tisch, sagte Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog.

Stefan Baumgartner, General Manager von Iqvia, betonte, dass es sich bei den Berechnungen um einen „konservativen Forecast handelt. Man habe rund 5.000 Produkte mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Mio. Euro im Einzelnen bewertet. Medikamente haben unterschiedliche „Lebensphasen”, die sich verschieden auf die Preise und Kosten auswirken. Zum einen kommen neue Medikamente auf den Markt und wachsen entsprechend im Volumen, zum anderen gibt es Patentabläufe und entsprechende Preisreduktionen. „Basis für die Berechnungen waren die gesetzlichen Preisregelungen”, sagt Baumgarnter. Thomas ­Czypionka, Gesundheitsexperte vom IHS, stellte die Zahlen in einen gesundheitspolitischen Kontext: „Schon in den Vorjahren sind die Ausgaben für Arzneimittel geringer gewachsen als die Einnahmen der Kassen.”

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