HEALTH ECONOMY
Positive Bilanz © Ärztekammer für Wien/Stefan Seelig

Die Ärztekammerspitzen Szekeres und Steinhart (r.) zogen am Montag erste Lehren aus der Corona-Pandemie.

© Ärztekammer für Wien/Stefan Seelig

Die Ärztekammerspitzen Szekeres und Steinhart (r.) zogen am Montag erste Lehren aus der Corona-Pandemie.

Redaktion 22.05.2020

Positive Bilanz

Lob für das Krisenmanagement der Regierung und der Ärzte kommt von der Ärztekammer. Warnung vor zweiter Welle.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres sieht Österreich bisher gut unterwegs in der Zurückdrängung der Corona-Pandemie. „Wir sind weltweit gesehen ein Vorzeigeland”, sagte er am Montag in einer Online-Pressekonferenz. Das gelte auch für die Bundeshauptstadt, wo der Ärztefunkdienst mitgeholfen habe, eine Ausbreitung in Spitäler und Ordinationen zu verhindern, sagte Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart.

Taskforce gründen

Nun müsse aber alles getan werden, um eine zweite Erkrankungswelle und damit einen erneuten Lockdown zu verhindern, fordert Szekeres. Er habe aber die Hoffnung, dass die nötigen Verhaltensweisen schon tief ins Bewusstsein der Bürger eingedrungen seien, um einen erneuten Ausbruch abzuwenden.

Als Lehre aus der Beschaffungskrise von Schutzausrüstung fordert die Ärztekammer die Gründung einer Taskforce, in der neben der Ärzteschaft auch Vertreter von Bund und Ländern, der Sozialversicherung, der Sozialpartner, der Gesundheitsberufe, der Polizei sowie des Bundesheeres halbjährlich Stand und Maßnahmen für den Fall des Falles evaluieren sollen.
Mit Blick auf die nächste Grippewelle im Winter wünschte sich Szekeres die Beschaffung von genügend Impfstoff und diesen auch kostenlos zu verabreichen, um Spitäler nicht zuletzt wegen eines eventuellen neuerlichen Aufflammens der Corona-Pandemie zu entlasten. Derzeit betrage die Durchimpfungsrate nur 10%; die Ärztekammer fordert hier eine Impfpflicht, um diese Rate zu erhöhen. Außerdem will die Kammer gemeinsam mit den Behörden Covid-19-Genesene direkt kontaktieren, um sie um eine Plasmaspende zu bitten. Mit der Plasmatherapie konnten zuletzt bei schweren Verläufen erfolgreiche Behandlungen durchgeführt werden.

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