HEALTH ECONOMY
Richter: Starkes Jahr © Richter Pharma AG/APA-Fotoservice/Greindl

Eigentümer Florian Fritsch und CEO Roland Huemer (v.l.) verfolgen einen „langfristigen und positiven Entwicklungspfad”.

© Richter Pharma AG/APA-Fotoservice/Greindl

Eigentümer Florian Fritsch und CEO Roland Huemer (v.l.) verfolgen einen „langfristigen und positiven Entwicklungspfad”.

Redaktion 26.06.2020

Richter: Starkes Jahr

Patentabläufe haben den Umsatz von Richter Pharma ­gedrückt. Insgesamt ist man aber mit der Entwicklung zufrieden.

••• Von Martin Rümmele

WELS. „Gerade auch in der Akutphase der Coronakrise hat sich durch die Grenzschließungen gezeigt, wie wichtig es ist, dass Entwicklung, Produktion und Logistik regional verankert sind”, betonte Florian Fritsch, Eigentümer der Richter Pharma AG, bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch. „Der Pharmastandort Österreich ist wichtig für die Versorgungssicherheit. Dafür setzen wir uns weiter konsequent ein”, ergänzte CEO Roland Huemer. Richter Pharma und die Tochterfirma Pharma Logistik Austria sind Unternehmen, die zur kritischen Infrastruktur zählen.

Expansion mit Partnern

Das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Wels erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 541,6 Mio. € und damit im Vergleich zu 2018 einen „plangemäß geringeren Jahresumsatz” (2018: 601 Mio. €), der mit dem Ablauf einiger Medikamentenpatente begründet ist. Parallel dazu liegt das Jahresergebnis des Konzerns 2019 bei 5,6 Mio. €. „Mit Blick über die Ein-Jahres-Betrachtung hinaus verfolgen wir einen langfristigen und positiven Entwicklungspfad. Wir sind wirtschaftlich gut aufgestellt, entwickeln uns konsequent weiter und investieren in unsere Eigenmarken und unsere Gesundheitsdienstleistungen”, berichtete Huemer.

Eine davon ist die Neuverblisterung. Darunter versteht man die patientenindividuelle Abpackung verschiedener Arzneimittel. Diese Zusammenstellung passiert vollautomatisch, videoüberwacht, unter Reinraumbedingungen und unter Aufsicht einer sachkundigen Person. So kann etwa eine Pflegeeinrichtung für einen Patienten ohne Infektionsrisiko notwendige Medikamente abgepackt pro Tag verabreichen und muss nicht selbst aus verschiedenen Packungen die Tagesmedikation zusammenstellen. Richter Pharma hat dazu mit Kwizda Pharmahandel und Jacoby GM Pharma die gemeinsame Gesellschaft MEDventuro gegründet. „Unsere bestehenden Blisterzentren sind an Kapazitätsgrenzen gestoßen.” Durch die Zusammenarbeit werden die Kräfte gebündelt und könne der gesamte österreichische Markt abgedeckt werden. MEDventuro werde ein attraktiver Partner für Apotheken, Ärzte und Heimträger sein.

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