HEALTH ECONOMY
Schmerzmittel boomen © APA/Hans Punz

Für Phago-Präsident Andreas Windischbauer ist Planung der Versorgung wichtig.

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Für Phago-Präsident Andreas Windischbauer ist Planung der Versorgung wichtig.

Redaktion 01.10.2021

Schmerzmittel boomen

Großhandel sieht massiven Nachfrageanstieg bei Schmerz-Medikamenten.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Angesichts des bevorstehenden Pandemie-Herbsts hat der Verband der Arzneimittel-Vollgroßhändler, Phago, eine Berechnung angestellt, welche Arzneimittel zuletzt am häufigsten nachgefragt worden sind. Das Ergebnis zeigt bei zwei Gruppen von Arzneimitteln einen massiven Anstieg: bei Schmerzmitteln sowie bei Medikamenten für den Fettstoffwechsel.

Weniger Antibiotika

Konkret wurden im Zeitraum Juli und August 2021 um 18,5% mehr Schmerz-Medikamente von Patienten in den Apotheken bezogen als im gleichen Zeitraum 2019. Zu der vom Anstieg am meisten betroffenen Gruppe der Analgetika zählen neben rezeptfreien Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol auch die Gruppe der rezeptpflichtigen Opioide zu Behandlung starker Schmerzen.

Bei den Arzneimitteln, die den Fettstoffwechsel beeinflussen, beträgt der Anstieg 13,8%. Hierzu zählen die meisten gängigen Cholesterinsenker. Phago hat mit den Daten aus seinem aktuellen Arzneimittel-Radar noch ein weiteres interessantes Ergebnis: Mit minus 10,6% zeigt sich weiterhin, dass seit Ausbruch der Pandemie konstant weniger Antibiotika verordnet werden. Für die Arzneimittel-Vollgroßhändler sind diese Beobachtungen wichtig, um gerade in Krisenzeiten den Überblick über den Arzneimittelbedarf zu haben. Phago-Präsident Andreas Windischbauer: „Corona hat gezeigt, dass wir ein gut ausgestattetes Krisenlager im Land benötigen, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung auch in Krisenzeiten mit kritischen Arzneimitteln versorgt werden kann.”

Schwache Umsätze

Wirtschaftlich sind die Phago-Mitgliedsbetriebe auch gefordert: Der kumulierte Umsatz mit öffentlichen Apotheken ist im Corona-Jahr 2021 (Jänner bis Ende August) im Vergleich zum vor Corona-Zeitraum 2019 mit 1,8% gering gewachsen. Dazu kommt, dass die Spannen recht niedrig sind.

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