HEALTH ECONOMY
Streit um Patente © PantherMedia/SeventyFour

Hersteller argumentierten, dass aufgrund aufwendiger Forschung befristete Patente Entwicklungen nur kurz schützen.

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Hersteller argumentierten, dass aufgrund aufwendiger Forschung befristete Patente Entwicklungen nur kurz schützen.

Redaktion 07.02.2020

Streit um Patente

Die Weltgesundheitsorganisation und einige Mitgliedsländer überlegen, den Patentschutz bei Medikamenten zu lockern.

BRÜSSEL/WIEN. „Der derzeit herrschende Patentschutz läuft Gefahr, aufgeweicht zu werden”, fürchtet der Pharmabranchenverband Pharmig. Grund sind entsprechende Debatten innerhalb der WHO in dieser Woche. Der Patentschutz sei eine der Voraussetzungen, damit sich Unternehmen in der hoch risikoreichen Arzneimittelentwicklung überhaupt engagieren, argumentiert die Pharmig. „Dank ihm gibt es immer neue und noch leistungsfähigere innovative Therapien, mit denen Krankheiten entweder erstmals bekämpft oder die Erfolge vorhandener Therapien entscheidend verbessert werden können”, sagt Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog. „Will man den Patentschutz aufweichen, im Glauben, damit den Zugang zu innovativen Therapien zu verbessern, bewirkt man damit genau das Gegenteil: Weniger Firmen werden in die Arzneimittelentwicklung investieren, es wird weniger Innovationen am Markt geben, und der Forschungs- und Wirtschaftsstandort Europa verliert an Bedeutung und Attraktivität gegenüber anderen Regionen, wie etwa Asien oder den USA.”

„Breiter Nutzen”

Der Nutzen eines starken Patentschutzes sei vielfältig: „Eine rege Forschungsaktivität ermöglicht den Patienten einen frühen Zugang zu innovativen Arzneimitteln, sie generiert wertvolles Know-how bei Fachkräften, schafft Arbeitsplätze und nutzt damit der gesamten Wirtschaft. Ein solider Schutz des geistigen Eigentums stellt daher ein wichtiges Signal für Investitionen in Forschung und Entwicklung dar.” Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie; derzeit hat der Verband 120 Mitglieder, die nach eigenen Angaben den Medikamenten-Markt in Österreich zu gut 95% abdecken.

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