HEALTH ECONOMY
„Takeda und Shire ergänzen sich gut” © David Visnjic

Interview Kirsten Detrick, General Managerin Takeda Österreich, ortet an den Standorten „unglaublich talentierte und brillante” Leute.

© David Visnjic

Interview Kirsten Detrick, General Managerin Takeda Österreich, ortet an den Standorten „unglaublich talentierte und brillante” Leute.

Chris Radda und Martin Rümmele 12.07.2019

„Takeda und Shire ergänzen sich gut”

Die Integration von Shire nach der Übernahme durch Takeda läuft gut, sagt General Managerin Kirsten Detrick.

••• Von Chris Radda und Martin Rümmele

WIEN. Vor sechs Monaten schloss der Pharmakonzern Takeda die Akquisition von Shire ab. Dadurch wurde der neue Riese zu einem der größten Arbeitgeber der Pharma-Branche in Österreich. Über 4.000 Beschäftigte arbeiten an rund 20 Standorten im Land. medianet sprach mit General Manager Kirsten Detrick über die künftigen Strategien.

medianet: Die Standorte von Shire haben zuletzt mehrfach den Besitzer gewechselt. Welche Pläne verfolgt nun Ta­keda?
Kirsten Detrick: Die Akquisition von Shire war ein strategischer Schritt. Wenn Sie sich das Portfolio ansehen und die Pipeline im Bereich Forschung und Entwicklung, gibt es hier sehr, sehr wenige Überschneidungen. Der Zusammenschluss ermöglicht uns, mehr Menschen als je zuvor mit innovativen Arzneimitteln zu versorgen, denn gemeinsam gehören wir zu den Top-Ten-Pharmaunternehmen der Welt.

 

medianet: Wenn zwei Unternehmen zusammengehen, versucht man zuerst, Effizienzpotenziale zu heben. Wie ist das bei Ihnen?
Detrick: Hier ergänzen sich die Bereiche. Wir sind jetzt stark in den Bereichen Onkologie, Gastroenterologie, Immunologie, genetische Erkrankungen und seltenen Erkrankungen. Darüber hinaus produzieren wir in Österreich Therapeutika in all diesen Bereichen, insbesondere aber auch Plasma-Derivate. Unser Ziel ist es, die Kraft der beiden Firmen in der Produktion und der Forschung zusammenzubringen, um Patienten zu helfen.

medianet: Was sind die nächsten Schritte?
Detrick: Wir reden hier nicht über eine Timeline, sondern über Menschen, die lieben, was sie tun. Es wird seine Zeit brauchen, bis sich alle entsprechend einstellen können auf die neue Situation. Wir haben neue Teams gebildet und auch aus beiden Organisationen gemischt, um vom gegenseitigen Wissen zu profitieren. Wir werden sicher auch die bestehenden Büros zusammenführen.

medianet: Zuletzt wurde Kritik laut, dass der Preisdruck im System viele Unternehmen zwingt, in Billiglohnländer auszuweichen. Wie gut ist der Standort Österreich für Takeda?
Detrick: Ich verstehe, dass Generikahersteller versuchen, an Orten zu produzieren, wo die Personalkosten niedrig sind. Das ist aber ein ganz anderes Wirtschaftsmodell als unseres. Wir versuchen, neue Produkte zu erforschen, zu entwickeln und zu produzieren. In Österreich haben wir unglaublich talentierte und brillante Leute, wir haben hohe Standards und Qualität.

 

medianet: Wie sehen Sie Österreichs Gesundheitssystem?
Detrick: Das System ist sicher eines der besten der Welt, in dem Patienten gut versorgt werden. Aber die Welt dreht sich, und man muss sich laufend fragen, was es künftig braucht. Wir versuchen, unseren Partnern zu helfen, Patienten optimal zu versorgen. Unser Ziel ist, die Patienten ins Zentrum zu stellen. Wenn man das tut, erarbeitet man sich im System Vertrauen. Und wenn das gelingt, gelingt wirtschaftlicher Erfolg für das Unternehmen. Das gilt auch für die Zahler im System, wie den Hauptverband. Sie wollen den Patienten helfen und wir versuchen, sie dabei zu unterstützen. Dazu versuchen wir ihnen wirklich einen Wert zu liefern, der auch dem System einen Wert liefert. Wir fokussieren uns deshalb auf Forschung und wollen Dinge entwickeln, die wirklich einen Unterschied machen.

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