HEALTH ECONOMY
Ungesunde Software © PantherMedia/Twilliam87

Für die Apothekerkammer war es ein kleines Problem, des gelöst wurde. Für die Ärztekammer ist es „ein Risiko”.

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Für die Apothekerkammer war es ein kleines Problem, des gelöst wurde. Für die Ärztekammer ist es „ein Risiko”.

Redaktion 22.10.2021

Ungesunde Software

Eine Software-Panne sorgt für heftige Debatten zwischen Ärzten und Apotheken. Verschreibungen wurden verändert.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. „Die aktuelle Causa rund um falsche Dosierungsempfehlungen durch Apothekensoftware ist nur eine von vielen Meldungen über ernste Gefahrenquellen in Apotheken”, sagt Edgar Wutscher, Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin in der Österreichischen Ärztekammer. Eine harte Ansage, die einen aktuellen, neuen Konflikt zwischen Ärzten und Apothekern beschreibt.

Konkret geht es um einen Software-Fehler bei einer kleinen Firma für Apothekensoftware, der die Dosierung bei Verordnungen änderte. Von den rund 1.400 Apotheken in Österreich haben 33 diese Software im Einsatz.
Bei dem technischen Fehler handelt es sich um einen Darstellungsfehler, der sofort nach Bekanntwerden durch ein Software-Update „zur Gänze behoben wurde”, betonen alle zuständigen Seiten. „Zusätzlich ist ein Sicherheitsmonitoring installiert worden, um das fehlerfreie Funktionieren des Systems zu garantieren”, hieß es auch vom Unternehmen. Die Apothekerkammer gab vorläufig Entwarnung: Die aktuellen Erhebungen würden belegen, dass die Patientensicherheit stets gewährleistet gewesen sei. „Unplausible Dosierungsangaben, die in der Software aufschienen, wurden von den Apothekerinnen und Apothekern erkannt und mit den verschreibenden Ärzten abgeklärt, sodass sie nicht bis zu den Patientinnen und Patienten durchdrangen”, hieß es.

Aufregung bei Ärzten

Kritik gab es dennoch von der Ärztekammer: „Es muss zum Schutz der Patienten rasch gehandelt werden”, forderte Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte: „Der Gang in die Apotheke darf nicht zum Gesundheitsrisiko werden”, sagte Steinhart.

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