Weniger Untersuchungen
© PantherMedia/MiraMstock
Experten warnen davor, dass coronabedingt Vorsorgeuntersuchungen unterbleiben und damit Erkrankungen zunehmen.
HEALTH ECONOMY Redaktion 26.03.2021

Weniger Untersuchungen

Die Sozialversicherungen melden ein Minus von elf Prozent bei Gesundenuntersuchungen im Vergleich zum Jahr 2019.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die Zahl der Mammografien und Koloskopien ist im Vorjahr jeweils um rund 13% im Vergleich zu 2019 zurückgegangen. Vor diesen dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Brust- und Darmkrebsvorsorge warnten Gewerkschaftsbund (ÖGB), Gesundheitskasse (ÖGK) und Ärztekammer bei einem Medientermin. „Die Folgeerkrankungen werden erst auftauchen”, sagte ÖGK-Vizeobmann Andreas Huss. „Und sie werden schwerer auftauchen, als sie mit guter Vorsorge gewesen wären.”

Schwerere Erkrankungen

Daten zu den Auswirkungen gibt es auch laut Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres noch nicht, Einzelfälle seien aber bereits zu beobachten. „Patienten sind mit fortgeschritteneren Erkrankungen ins Spital gekommen, als das vorher der Fall war”, sagte Szekeres in dem Online-Gespräch. „Wenn ich einen Tumor nicht rechtzeitig erkenne, dann kann es sein, dass ich ihn nicht mehr wirkungsvoll behandeln kann”, warnte der Mediziner. Das Problem dabei: Auch in den ersten Monaten 2021 sind die Vorsorgeuntersuchungen noch nicht wie eigentlich erhofft, wieder angestiegen. Der Nachholeffekt dürfte also ausbleiben.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL