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Wozabal kämpft © Wozabal

Christian Wozabal gilt als Innovationsführer in der Mietwäschebranche. Nun musste die Gruppe Insolvenz anmelden.

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Christian Wozabal gilt als Innovationsführer in der Mietwäschebranche. Nun musste die Gruppe Insolvenz anmelden.

Martin Rümmele 01.09.2017

Wozabal kämpft

Die Unternehmensgruppe Wozabal hat Insolvenz angemeldet. Grund waren hohe Expansionskosten. Man will weitermachen.

••• Von Martin Rümmele

WELS. Die oberösterreichische Unternehmensgruppe Wozabal, die Miettextilien reinigt, ist insolvent. Ein außergerichtlicher Rettungsversuch ist gescheitert. 792 Arbeitsplätze sind betroffen, die Firmengruppe hat 104,1 Mio. € Schulden, teilte der KSV 1870 Donnerstagfrüh mit. Die Aktiva belaufen sich auf 37,4 Mio. €. Es ist die größte Insolvenz in Oberösterreich seit der Pleite der Drogeriekette dayli.

Gespräche mit Investoren

Bereits Mitte August wurde bekannt, dass das Unternehmen wegen Liquiditätsproblemen 725 Arbeitern die fälligen Löhne nicht auszahlen kann. Die Hausbanken hatten die Konten gesperrt, da fällige Kredite nicht zurückgezahlt wurden. Firmenchef Christian Wozabal zeigte sich damals noch zuversichtlich, eine Insolvenz abwenden zu können. „Die Gespräche mit Banken und möglichen Investoren konnten leider nicht innerhalb kurzer Zeit erfolgreich zum Abschluss gebracht werden”, erklärte der Geschäftsführer am Donnerstag in einer Presseaussendung. Daher wurden Anträge auf Eröffnung von Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung für sechs Firmen der Wozabal Gruppe gestellt. Rund 680 Gläubiger sind betroffen.

Die traditionsreiche Unternehmensgruppe hat sich in den vergangenen Jahren als Innovationstreiber in der Branche einen Namen gemacht und erst im Vorjahr den 120. Geburtstag gefeiert. Die Evolution des Familienbetriebs vollzog sich seither von der Tuchschererei über die Färberei und chemische Reinigung bis hin zum Marktführer im Bereich Miettextilservice in Oberösterreich, Salzburg und Kärnten. Pro Tag verarbeitet Wozabal 150 t Wäsche von 2.000 Kunden und deren 70.000 Beschäftigten aus Spitälern, ­Senioreneinrichtungen, der Hotellerie und Industrie.
Mit dem Ausbau des Ennser Standorts zu einer der modernsten Wäschereien Europas im Jahr 2015 wurde die organisatorische Verlagerung der Zentrale nach Enns eingeleitet. Mit der Kennzeichnung aller Textilien durch einen UHF-Chip startete Wozabal neue Innovationen. Der ultrahochfrequente Chip hat eine große Wirkung: Er eröffnet viele Optimierungspotenziale im Wäschemanagement.

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