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Norbert Bischofberger wechselt von der Spitze des Biotech-Riesen Gilead in ein aufstrebendes Start-up-Unternehmen.

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Norbert Bischofberger wechselt von der Spitze des Biotech-Riesen Gilead in ein aufstrebendes Start-up-Unternehmen.

Karin Schriebl 01.06.2018

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Der gebürtige Vorarlberger Norbert Bischofberger, Vizechef des Biotechriesen Gilead, startet mit einem Start-up neu.

••• Von Karin Schriebl

WIEN/NEW YORK. Der aus Österreich stammende Biochemiker Norbert Bischofberger startet nach fast 30 Jahren beim US-Pharmakonzern Gilead Sciences nochmals neu durch: Der 62-Jährige hat seine Position als Vizepräsident und Forschungschef von Gilead zurückgelegt und in das Start-up Kronos Bio investiert, das er nun als Präsident und CEO leitet. Das Biotech-Start-up will Krebstherapien entwickeln.

Sehnsucht nach Forschung

„Ich bin 62, fühle mich aber wie 42 und benehme mich wie ein 22-Jähriger. Ich bin überzeugt, das wieder tun zu können”, verweist Bischofberger in US-Medienberichten auf sein frühes Engagement bei Gilead. Dort hatte er 1990, drei Jahre nach Gründung der Firma, begonnen, die damals gerade einmal 25 Mitarbeiter hatte.

Heute zählt das Unternehmen mit einem Umsatz von 22 Mrd. € und 10.000 Beschäftigten zu einem der größten Pharmakonzerne. Anfang der 1990er-Jahre wurde unter seiner Leitung der Arzneistoff Oseltamivir entwickelt, der unter dem Namen Tamiflu als Influenza-Medikament vermarktet wird. Unter seiner Ägide erfolgte die Entwicklung weiterer Mittel gegen Viruserkrankungen, unter anderem HIV- und Hepatitis C-Therapeutika. Als Berater bleibt Bischofberger Gilead weiter verbunden.

Auch Gilead beteiligt

In einer kürzlich abgeschlossenen Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 18 Mio. USD ist Bischofberger mit drei Mio. USD in Kronos Bio eingestiegen; u.a. hat auch Gilead-Vorstand John Martin in das Start-up investiert, das derzeit über fünf Mitarbeiter verfügt und auf 20 Vertrags-Biologen und -Chemiker in Indien zurückgreifen kann. Bischofberger freut sich wieder auf die Forschung, nachdem er sich in der Vergangenheit zu viel mit Management beschäftigen musste.

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