INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Als starker Partner für die Industrie kümmert sich das BFI Wien um die Schweißtechnik © BFI Wien
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Redaktion 05.03.2020

Als starker Partner für die Industrie kümmert sich das BFI Wien um die Schweißtechnik

Im dritten Bezirk werden in einem modernen Ausbildungszentrum künftig jährlich Hunderte Fachkräfte ausgebildet.

WIEN. Als weiteres Zeichen im Kampf gegen den Fachkräftemangel eröffnet das BFI Wien das modernste Ausbildungszentrum für Schweißtechnik in der Bundeshauptstadt: Auf 1.300 m² können künftig bis zu 60 Personen gleichzeitig in den gängigsten Schweißverfahren ausgebildet werden – die Bandbreite reicht dabei von Lichtbogenhandschweißen bis hin zu Metallaktivgasschweißen. „In ganz Österreich werden Schweißer händeringend gesucht", erklärt BFI Wien-Geschäftsführer Franz-Josef Lackinger. "Statt sie zu importieren, bilden wir sie aus und sorgen dafür, dass der Industriestandort Österreich mit Fachkräften versorgt wird."

Im Auftrag des AMS Wien wird daher künftig zahlreichen arbeitssuchenden Personen das Handwerk des Schweißens sehr praxisbezogen nähergebracht. "Auch die voranschreitende Digitalisierung in der Metallverarbeitung ändert nichts daran, dass gute Schweißer auch in Zukunft sehr gute Jobaussichten haben", sagt Lackinger. "Mit diesem neuen Ausbildungszentrum gelingt es uns, arbeitssuchenden Menschen eine neue Berufsperspektive zu eröffnen und gleichzeitig Firmen mit bestens geschultem Personal zusammenzubringen."

Erich Hohenberger, Bezirksvorsteher des dritten Wiener Gemeindebezirks, sieht in der Eröffnung des Ausbildungszentrums eine weitere Stärkung des Bildungsstandorts: „Unser Bezirk entwickelt sich dynamisch. Demnächst wird die Biotechnologie Universität fertig, die TU baut massiv aus, und heute eröffnen wir Wiens modernstes Ausbildungszentrum für Schweißtechnik. Man sieht sehr deutlich: Der dritte Bezirk ist ein Bildungsbezirk.“

Maßgeschneiderte Bildungspakete
Neben arbeitssuchenden Personen haben am BFI Wien Standort Franz-Grill-Straße aber auch Firmen die Gelegenheit, ihre Belegschaft in dieser für die Metallindustrie systemkritischen Kompetenz schulen zu lassen. „Neben unseren grundlegenden bzw. standardisierten Lehrgängen sind wir durch unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich in der Lage, auf die individuellen Bedürfnisse der Firmen einzugehen und maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildungspakete zu besten Konditionen anzubieten“, so Lackinger. Angeboten werden dabei u.a. die gängigen Schweißverfahren Lichtbogenhandschweißen (E-Hand), Metallaktivgasschweißen (MAG), Metallinertgasschweißen (MIG), Wolframinertgasschweißen (WIG) und Gasschmelzschweißen (Acetylen-Schweißen). „Aber selbst wenn es sich um das Schweißen spezieller Legierungen oder Materialien handelt – wir haben die Expertise, um passende Schulungskonzepte zu entwickeln.“

Damit sie das Handwerk bestmöglich erlernen können, erwartet die künftigen Kursteilnehmer am neuen BFI Wien Standort ein topmoderner Maschinenfuhrpark inklusive hocheffizientes Lüftungssystem: „Diese Facette war uns bei der Anmietung der Liegenschaft besonders wichtig, weil wir so nicht nur den Kursteilnehmern die beste Lernatmosphäre gewährleisten, sondern auch unseren Mitarbeitern ein angenehmes und gesundes Arbeitsklima bieten können“, sieht Lackinger vor allem die Erfahrung und die Expertise des Teams vor Ort als großes Asset des neuen Ausbildungszentrums. „Die Praxis- und langjährige Schulungserfahrung der Kolleginnen und Kollegen ist der Garant dafür, dass die Kursteilnehmer sofort im Job anwendbare Fertigkeiten erlangen.“

Schweißer händeringend gesucht
Auch wenn er etwas aus den Medien verschwunden ist, ist der Beruf des Schweißers in Österreich noch immer ein absoluter Mangelberuf. So kamen im Jahr 2019 auf 1.807 offene Stellen lediglich 759 in diesem Beruf arbeitslos gemeldete Personen. Das ergibt laut WKO-Fachkräfteradar eine sogenannte Stellenandrangziffer von 0,42 – auf 100 offene Stellen kommen 42 als arbeitslos gemeldete Personen. „2019 konnte also mehr als jede zweite Stelle nicht besetzt werden“, so Lackinger.

International ist der Beruf des Schweißers selbst in Zeiten der Digitalisierung und Automatisierung ebenfalls hoch in Mode. So hat Toyota, der japanische Pionier in Sachen Automatisierung, unlängst jene Roboter wieder aus den Werkhallen verbannt, die etwa das Chassis von Autos zusammengeschweißt haben. Die Schweißnähte seien hier und da zu dick und unregelmäßig gewesen. „Menschen können viel flexibler auf materialbedingte Unregelmäßigkeiten reagieren und dadurch viel genauer arbeiten“, erklärt Lackinger die auf den ersten Blick ungewöhnliche Maßnahme. „Das hat nicht nur aus Materialverbrauchssicht hohe Relevanz, sondern ist bei sicherheitskritischen Schweißnähten oft eine Frage von Leben und Tod." (pj)

 

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