INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Austrotherm investiert im In- und Ausland © Austrotherm

Horst Ache, Heimo Pascher, Klaus Haberfellner und Johann Moser (v.l.)

© Austrotherm

Horst Ache, Heimo Pascher, Klaus Haberfellner und Johann Moser (v.l.)

Paul Christian Jezek 01.10.2020

Austrotherm investiert im In- und Ausland

10 Mio. Euro gehen in die österreichischen Standorte, 3,5 Mio. ins serbische Nis.

PURBACH / PINKAFELD / NIS. Austrotherm startet mit einer Investitionsoffensive: Noch heuer werden insgesamt zehn Millionen Euro in die beiden burgenländischen Produktionsstandorte Pinkafeld und Purbach investiert. Der Startschuss fiel vor Kurzem mit dem Spatenstich zur Errichtung neuer Lagerhallen für die Fertigwaren, einem neuen Lagerbüro und Sozialräumlichkeiten an Österreichs einzigem Produktionsstandort für XPS-Dämmstoffe in Purbach.

„Allen Corona-Widrigkeiten zum Trotz haben wir ein Investitionsprogramm gestartet, das unsere beiden Standorte im Burgenland zukunftsfit machen wird“, sagt Geschäftsführer Klaus Haberfellner. „Wir investieren in die Modernisierung der Infrastruktur und in die Optimierung der Abläufe der Standorte, um die Effizienz und Arbeitssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig eine weitere Reduktion des eigenen CO2-Fußabdrucks zu erzielen. Als positiver Nebeneffekt kommt ein Großteil des Investitionsvolumens der regionalen Bauwirtschaft zugute.“

Am Standort Purbach werden Fertigwaren-Lagerhallen mit einer Gesamtfläche von 3.600 m2 sowie ein neues Lagerbüro mit Sozialräumlichkeiten wie Pausen- und Warteräume für Mitarbeiter und Lkw-Fahrer errichtet. Das neue Gebäude ist in ein ganzheitliches Werksverkehrskonzept eingebunden, welches von den Logistik-Experten des Fraunhofer-Instituts entwickelt worden ist. Die Optimierung und Neuregelung der Verladezone reduziert die Fahrtstrecken der Abhol-LKWs am Werksgelände um 70 %. Das entspricht einer Strecke von ca. 14.000 km pro Jahr und vermindert dementsprechend den CO2-Ausstoß und Geräuschpegel. Weiters wird in Produktionsanlagen investiert, um das Recycling von XPS-Dämmstoffplatten am Standort weiter ausbauen zu können.

Am Standort Pinkafeld laufen bereits die Vorbereitungen für die Errichtung eines neuen Bürogebäudes mit Empfangsbereich, Schulungszentrum und Werkstätte, das zugleich veranschaulichen soll, wie nachhaltiges Bauen für Bürogebäude in Zukunft umgesetzt werden sollte. Darüber hinaus werden aktuell zahlreiche Digitalisierungs- und Automatisierungs-Projekte umgesetzt, um innerbetriebliche Verwaltungsprozesse effizienter und schneller zu gestalten.

XPS-Produktion in Nis wird erweitert
Im Sommer wurde in der südserbischen Großstadt Nis eine neue XPS-Produktionslinie in Betrieb genommen. Die Investition beläuft sich auf 3,5 Mio. € und schafft 15 neue Arbeitsplätze am Standort. „Die rosaroten XPS-Platten der Marke Austrotherm tragen wesentlich dazu bei, den CO2-Ausstoß im Gebäudebereich und Energiekosten zu reduzieren“, sagt Haberfellner. „Durch die Langlebigkeit von XPS bedeutet das Klimaschutz für Generationen, den wir nun auch vermehrt in angrenzende Balkan-Länder exportieren werden.“

2005 erwarb die Austrotherm Gruppe ein EPS- und XPS-Werk eines Mitbewerbers in der südserbischen Großstadt Nis. Das serbische Tochterunternehmen Austrotherm d.o.o. ist seit damals der einzige Produzent von XPS-Dämmstoffplatten in Serbien. In die Produktionsstätte Nis wurde seither mehrfach investiert, um Austrotherm XPS auch in die Nachbarländer Albanien, Kosovo, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Mazedonien und Bulgarien zu exportieren. In Summe beschäftigt Austrotherm in Serbien aktuell 140 Mitarbeiter.

Hinter den Kulissen
Die Austrotherm Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 351 Mio. € und beschäftigte per 31.12. 2019 in Summe 1.100 Mitarbeiter. Die sich in österreichischem Familienbesitz befindliche Austrotherm Gruppe verfügt aktuell in elf Ländern über insgesamt 22 Produktionsstandorte für Dämmstoffe. Neben der Zentrale in Wopfing und den Werken in Pinkafeld und Purbach ist der Dämmstoffpionier mit Unternehmen in Deutschland, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Polen, Rumänien, Slowakei, Ungarn und der Türkei vertreten.

Die Austrotherm Gruppe zählt zur Schmid Industrieholding, die per 31.12.2019 mit 6.300 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,88 Mrd. € erzielt hat. (pj)

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