INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Die voestalpine macht schon heute die Arbeit der Zukunft © voestalpine
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Paul Christian Jezek 01.09.2016

Die voestalpine macht schon heute die Arbeit der Zukunft

Im voestalpine-Konzern ist Industrie 4.0 kein neuer „Trend“, sondern längst gelebte Praxis. Industrielle Prozesse werden durch Informations- und Kommunikationstechnologien intelligent miteinander verknüpft und so der Innovationsvorsprung weiter ausgebaut.

DONAWITZ. Die Industrie befindet sich in einem rasanten Wandel: schneller, flexibler und innovativer – das sind die Ansprüche, die es zu bewältigen gilt. Industrie 4.0 gilt heute für „Good old Europe“ als leuchtende Zukunft, als hoffnungsvolle Antwort auf die Angst vor der Deindustrialisierung und auch als konkrete Reaktion auf die Standortkonkurrenz aus Amerika und Asien, die Europa immer mehr zusetzt.

Die Grundidee dabei ist, dass Menschen, Maschinen und Ressourcen in der intelligenten Produktion der Zukunft miteinander kommunizieren und damit gesamte Produktionsabläufe optimieren. Industrie 4.0 trifft die Effektivität und Effizienz aller Abläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für den weltweit tätigen voestalpine-Konzern sind diese Vorgänge seit Jahren Voraussetzung, um seinen technologischen Vorsprung weiter auszubauen.

„Industrie 4.0 bedeutet für die voestalpine vor allem eines: Die Fertigung unserer Produkte nicht mehr in Etappen zu denken und abzuarbeiten, sondern als ganzen, kontrollierten Prozess über unsere gesamte Wertschöpfungskette zu sehen“, erklärt CEO Wolfgang Eder. „Viele Arbeitsplätze der Zukunft werden dank der neuen Technologien und Assistenzsysteme ganz anders beschaffen sein als heute – sie werden körperlich weniger anstrengend sein aber sie werden neue Qualifikationen erfordern.“

Industrie 4.0 betrifft alle Bereiche des Unternehmens, nicht nur die Forscher, Techniker und IT-Experten. Ziel ist es, mit den neuen Technologien und Systemen die Produktionsprozesse immer mehr in Richtung „Smart Factory“ zu vernetzen und das auch über die Unternehmensgrenzen hinweg – hin zu den Kunden oder Lieferanten. In allen Werken und Anlagen der voestalpine gehört die automatisierte und digitalisierte Produktion schon zum Alltag. Im ganzen Konzern gibt es bereits eine Vielzahl von innovativen Beispielen, die in Richtung Industrie 4.0 weisen. Diese werden nun gebündelt, um künftig die neuen technologischen Möglichkeiten zielgerichtet nutzen zu können. Dreh- und Angelpunkt dabei ist eine konzernale Industrie 4.0-Plattform, über die Synergien ausgemacht und effizient genutzt werden sollen.

Das neue Drahtwalzwerk der voestalpine am Standort Donawitz ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie komplexe vollautomatisierte Produktionsabläufe mit intelligenten sensorbasierten Systemen vollautomatisch gesteuert werden. Die Anlage entspricht vollumfänglich Industrie-4.0-Standards – ausgestattet mit über insgesamt 16.000 Sensoren wird sie von nur vier Mitarbeitern über Monitore vollautomatisch bedient.

Für die Mitarbeiter bedeutet Industrie 4.0 in jedem Fall Veränderung: Die Automatisierung wird voranschreiten, mit allen Folgen für die Arbeitswelt. Am Ende dieser Entwicklung steht aber nicht die menschenleere, sich selbst steuernde Fabrik, denn der Mensch wird auch in Zukunft gefragt sein – nicht mehr so sehr als Bediener von Maschinen, sondern als Steuernder von Prozessen. Dies bedeutet eine Evolution im Bereich der Berufsbilder. Körperliche Schwerarbeit wird zunehmend von Maschinen erledigt, dafür braucht es in Zukunft mehr Kopfarbeiter, Menschen die mit Daten arbeiten können, wie z.B. Statistiker, Mathematiker und Berufe, die heute noch nicht erahnt werden können.

Das Schlüsselwort heißt Innovation
In der voestalpine wird Forschung und Entwicklung groß geschrieben – und das weltweit. 730 Mitarbeiter sind in 70 Konzerngesellschaften in mehr als 20 Ländern im Bereich F&E tätig. Neben Hunderten Forschungsprojekten innerhalb des Konzerns setzt man auf Kooperationen mit rund 80 externen Partnern wie Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen rund um den Globus. Mit einem Rekord-Forschungsbudget von 150 Mio. € für das laufende Geschäftsjahr 2016/17 ist voestalpine – wie in den Jahren zuvor – laut EU Ranking das forschungsintensivste Unternehmen in ganz Österreich. Im Vergleich zum letzten GJ hat sich dieser Wert um ganze 13% erhöht.

In mehr als 20 Ländern werden aktuell Projekte mit rund 80 Universitäten und Forschungseinrichtungen durchgeführt. Dabei setzt die voestalpine kontinuierlich auch auf Digitalisierung, Vernetzung und die Beschleunigung des Daten- und Wissenstransfers in industriellen Prozessen. Bei der Weiterentwicklung der Produktionsprozesse stehen insbesondere Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Energie- und Ressourceneffizienz, sowie CO2-Verringerung und Zero Waste im Vordergrund.

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