INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Glasfaser für das Waldviertel © Erich Marschik

Im Bild: nöGIG-GF Hartwig Tauber, LR Petra Bohuslav, ecoplus-GF Helmut Miernicki.

© Erich Marschik

Im Bild: nöGIG-GF Hartwig Tauber, LR Petra Bohuslav, ecoplus-GF Helmut Miernicki.

Paul Christian Jezek 23.02.2017

Glasfaser für das Waldviertel

Das wichtigste niederösterreichische Infrastrukturprojekt des Jahrhunderts.

ST. PÖLTEN. Mit Hochdruck setzt die Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG), eine Tochtergesellschaft der Wirtschaftsagentur ecoplus, das NÖ. Glasfasermodell in den vier Pilotregionen Ybbstal-Eisenstraße, Triestingtal, Waldviertler Stadtland und Thayaland um. Nun wurden insgesamt 16,3 Mio. € an Bundesförderungen für den Ausbau einer offenen, öffentlichen und zukunftssicheren Infrastruktur an die nöGIG vergeben; der größte Teil davon fließt in die Pilotregionen, vor allem in das Waldviertel.

„Die intensiven Anstrengungen des Landes Niederösterreich und insbesondere das NÖ Glasfasermodell haben dazu beigetragen, dass unser Bundesland einen relativ hohen Anteil aus den beiden Fördercalls des Bundes bekommen hat“, sagt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. „In Summe investiert das Land Niederösterreich in diesem Jahr 35,5 Mio. Euro in den Breitbandausbau. Damit gelingt es uns, bis 2018 die Pilotregionen flächendeckend mit Glasfaseranschlüssen bis zum Haushalt zu versorgen.“

LeRohr und Access
Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) hat im Zuge des Programms „Breitband Austria 2020“ die beiden Fördercalls „LeRohr 1“ und „Access 1“ aufgelegt. Mit diesem Programm wird der Ausbau von Breitbandnetzen in ganz Österreich gefördert. Österreichweit gesehen, konnte bei den beiden Fördercalls des Bundes jeder vierte Förder-Euro für den Breitbandausbau nach Niederösterreich geholt werden.

„Das Niederösterreichische Glasfasermodell, das erst kürzlich von der Europäischen Kommission mit dem Europäischen Breitband-Award ausgezeichnet wurde, ist das wichtigste Infrastrukturprojekt des 21. Jahrhunderts in unserem Bundesland“, meint Bohuslav. „Mit diesem Modell machen wir den Standort Niederösterreich fit für die Herausforderungen der Digitalisierung. Wirtschaft und Bevölkerung werden gleichermaßen Vorteile daraus ziehen. Darüber hinaus ist der Breitbandausbau auch ein wichtiger Beitrag zur regionalen Wirtschaftsleistung. Bislang ist es gelungen, beim Glasfaserausbau mehr als 70 Prozent der Wertschöpfung in Niederösterreich zu realisieren. Das heißt: Die niederösterreichischen Betriebe haben bereits jetzt umfassend vom Glasfaserausbau profitiert.“

Mit dem nöGIG-Modell ist erstmals ein echter Wettbewerb sichergestellt, von dem die Endkunden stark profitieren, wie man beispielsweise in Pilotgemeinden im Waldviertel sieht, wo man Glasfaser-Internet bereits für unter 30 € monatlich erhält. Die für Ende 2018 geplante Evaluierung der Pilotregionen wird in den Sommer 2017 vorgezogen; danach sollen rasch Schritte für den weiteren Ausbau in Niederösterreich gesetzt werden.

Breitband für die Peripherie
Im Vorjahr wurden in Niederösterreich bereits 6.100 Haushalte und 400 Betriebe mit Glasfaseranschlüssen fit gemacht. Bis Ende 2018 wird sich die Zahl der Anschlüsse, die durch die nöGIG realisiert werden, mehr als verfünffachen. Dann werden 34.000 Haushalte und Betriebe direkt an das Glasfasernetz angebunden sein. „Das ist für die Standortentwicklung entscheidend“, kommentiert nöGIG-GF Hartwig Tauber. „Nachhaltige und leistbare Breitbandlösungen werden vor allem in peripheren Regionen zu einem immer wichtigeren Kriterium.“ (pj)

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