INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Industriekonjunktur im Burgenland: wenig Zuversicht Sanochemia Pharmazeutika AG
Sanochemia Pharmazeutika AG

Redaktion 02.06.2016

Industriekonjunktur im Burgenland: wenig Zuversicht

Die burgenländische Industriekonjunktur präsentiert sich angespannt und kommt heuer nicht richtig in Schwung. Es gibt rückläufige Auftragsbestände, stagnierende Verkaufspreise und Rückgänge bei den Beschäftigten.

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der IV Burgenland und der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Burgenland werden die Abfragedaten der burgenländischen Industrie entgegen dem Bundestrend, bei dem die Industriekonjunktur von leichtem Optimismus geprägt ist, schlechter bewertet als zuletzt. „Die Umfrageergebnisse lassen leider nicht darauf schließen, dass es in der nächsten Zeit zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den heimischen Industrieunternehmen kommen wird. Auch zur Entspannung am Arbeitsmarkt wird die Industrie in naher Zukunft nicht beitragen können", erklärt Ingrid Puschautz-Meidl, Geschäftsführerin der IV Burgenland. Eine zart wachsende Zuversicht der Befragten schlägt in einer leicht verbesserten Geschäftslage in sechs Monaten nieder.
 
Die Gründe für die eher verhaltenen Erwartungen der burgenländischen Industrie ortet Puschautz-Meidl "sicher nicht nur im wirtschaftlichen Umfeld, sondern vielmehr im Unvermögen der Bundesregierung bei der Umsetzung dringend erforderlicher Reformen". Verringerung der Bürokratie und Deregulierung, Flexibilisierung der Arbeitszeit, Senkung der Steuern etc. sind Forderungen, die von den Vertretern der Industrie seit Jahren erhoben werden – mit wenig Erfolg. „Die aktuelle Flut an neuen Gesetzen, Auflagen und die damit verbundenen Belastungen kosten der Industrie Geld und sind im internationalen Wettbewerb extrem standortschädlich", so die IV Burgenland Geschäftsführerin. "Aufgabe der Politik ist es, die Unternehmer zu unterstützen. Weitere Belastungen für die Betriebe müssen daher unbedingt vermieden werden".

Die Q1-Konjunkturumfrage im Detail
 Die derzeitige Geschäftslage wird deutlich schlechter eingeschätzt; von 23 % (42 %) wird sie als steigend beurteilt. 69 % (58 %) der befragten Unternehmungen bewerten sie als gleichbleibend und 8 % (0) als fallend.
 
Auch beim Auftragsbestand sind die Ergebnisse weniger positiv als im Vorquartal. Dieser wird von 29 % (45 %) als steigend beurteilt, 57 %(48 %) der Betriebe gehen von einem gleichbleibenden Auftragsbestand aus und 14 % (7 %) erwarten eher fallende Ergebnisse.
 
Bei den derzeitigen Auslandsaufträgen gibt es wenig positive Vorzeichen. Sie werden ähnlich bewertet wie im letzten Quartal. 21 % (29 %) gehen von besseren Auslandsaufträgen aus, 68 % (64 %) von gleichbleibenden und 11 % (7 %) von schlechteren.
 
Die Einschätzung der Verkaufspreise in drei Monaten weist auf stagnierende Preise hin. Lediglich 4 % (5 %) der Unternehmen rechnen mit steigenden Verkaufspreisen. 81 % (80 %) gehen von einer gleichbleibenden Situation bei den Preisen aus. 15 % (15 %) der befragten Betriebe erwarten fallende Verkaufspreise.
 
Besonders negativ zeigt sich die Einschätzung des Beschäftigtenstandes in drei Monaten. Lediglich 11 % (31 %) der befragten Betriebe geht davon aus, dass in drei Monaten mehr Arbeitnehmer beschäftigt werden. 59 % (57 %) schätzt die Mitarbeiterzahl stabil bzw. gleichbleibend ein und 30 % (12 %) der befragten Betriebe, also fast ein Drittel, rechnet mit einem Rückgang bei den Arbeitnehmern. Eine Entspannung am Arbeitsmarkt, wird es zumindest bei der Industrie, in den nächsten Monaten nicht geben.
 
Einzig die Beurteilung der Geschäftslage in sechs Monaten ist etwas besser als im Vorquartal. 19 % (14 %) glauben an eine Steigerung. 76 % (75 %) und damit die große Mehrheit ist der Meinung, dass die Geschäftslage gleich bleiben wird und 5 % (11 %) gehen von einem Rückgang aus. An der Umfrage haben sich 32 burgenländische Industrieunternehmen mit insgesamt 5461 Mitarbeitern beteiligt. Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 4. Quartals 2015.

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