INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Internet of Things als Chance für neue Geschäftsideen © Kapsch BusinessCom AG

Grabher, Borenich, Hauser, Heingärtner, Kottinger (v.l.).

© Kapsch BusinessCom AG

Grabher, Borenich, Hauser, Heingärtner, Kottinger (v.l.).

Paul Christian Jezek 09.03.2017

Internet of Things als Chance für neue Geschäftsideen

Vielversprechende erste Umsetzungen in der Industrie.

WIEN. Wie das “Internet of Everything and Everyone” dabei hilft, die globalen Herausforderungen zu meistern, präsentierten Jochen Borenich, Vorstand Kapsch BusinessCom, Marcus Kottinger, IBM Watson IoT, und Günter Grabher, CEO und Gründer Grabher Group, im Rahmen einer exklusiven Singularity University-Veranstaltung bei Kapsch. Unter den 100 Gästen befanden sich unter anderem Robert Nagele (Vorstandsdirektor Billa AG), Peter Mitterbauer (Vorstandsvorsitzender Miba AG), Werner Faymann & Matthias Euler-Rolle (4 Pro Projektmanagement- und KommunikationsgmbH) und Leo Fellinger (CCO Porsche Austria).

Als führender österreichischer Digitalisierungspartner und Spezialist für Themen wie „Internet of Things“ war Kapsch BusinessCom das erste Mal Gastgeber für eine Veranstaltung der Singularity University, einer der weltweit innovativsten Bildungsstätten im Silicon Valley. Mit dem Vienna Chapter der Singularity University holen deren Gründer, Markus Heingärtner und Petra Hauser, regelmäßig ein Stück Silicon Valley nach Wien. Ihr Ziel ist es, die positiven Auswirkungen von Technologien aufzuzeigen und ebenso ihr Potenzial, wie sie das tägliche Leben verbessern. Vor allem Wissenschaftler, Unternehmen und Start-ups aus der Region kommen dabei zu Wort und treten den Beweis an, dass auch Österreich herausragende Leistungen auf dem Gebiet der exponentiellen Technologien bringt. Der breite Themenbogen der University spannt sich von Artificial Intelligence, Robotik, Computer- und Quantentechnologie über Biotechnologie bis zu Nanotech.

Everything and Everyone
Das Internet of Things (IoT, Internet der Dinge), mittlerweile auch „Internet of „Everything and Everyone“ genannt, beziehungsweise die damit verbundenen Herausforderungen für die Industrie, standen im Mittelpunkt der Keynote von Jochen Borenich, Vorstand Kapsch BusinessCom. IoT bezeichnet die zunehmende Vernetzung intelligenter Produkte wie Geräte und Sensoren, wo Smart Objects und Maschinen direkt miteinander kommunizieren. „Sowohl bei den Produkten, als auch bei den Produktionsprozessen in der Industrie gibt es vielversprechende Fortschritte“, erläuterte Jochen Borenich. Eine zentrale Herausforderung für traditionelle Industrieunternehmen wäre allerdings die Geschwindigkeit, mit der sich Start-ups des Themas Smart Products annehmen und die neuen IoT-Technologien vorantreiben. „Da es heute nahezu unbeschränkte Möglichkeiten gibt, Wissen in Form von Messdaten zu gewinnen, haben wir uns schon frühzeitig damit beschäftigt. Die LoRa-Funktechnologie ist die beste Basis dafür, im IoT gewonnene Daten nutzbar zu machen“, so Borenich.

Die neue Funk-Technologie bietet eine effiziente und kostengünstige Möglichkeit für die Einbindung von Geräten und Sensoren in Kommunikationsnetzwerke. Im Oktober 2016 fiel der Startschuss für das erste LoRa-Netzwerk in Österreich, das Kapsch BusinessCom gemeinsam mit Microtronics und der ORF-Tochter ORS aufbaut. Seit November letzten Jahres sind mehrere Pilotprojekte gestartet worden (wie zum Beispiel für die Überwachung von Tankstellen, für das Gebäudemanagement oder für die Messung von Füllstoffmengen). Borenich stellte weiters fest, dass die Digitalisierung mittlerweile in allen Branchen angekommen ist. Kapsch BusinessCom hat bereits einige erfolgreiche Projekte in der Versicherungs-, der Bau- und der Automobilbranche umgesetzt.

Ein weiteres wachsendes Segment ist der Bereich Smart Textiles, in dem Kapsch BusinessCom zum Beispiel mit Grabher Group eine Entwicklungspartnerschaft eingegangen ist. Während das Vorarlberger Unternehmen Grabher sein Know-how aus der Textilproduktion einbringt, steuert Kapsch das technologische Know-how bei, um die gesammelten Daten abzubilden, sicher zu speichern und weiterzuverarbeiten. Eine große Rolle spielt dabei auch das Digitalisierungs-Ökosystem mit unterschiedlichen Plattformen und Partnern, auf das Kapsch in der Umsetzung zurückgreifen kann. Use-Cases gibt es für den Einsatz von Smart Textiles sowohl für Schutzbekleidung im industriellen Umfeld als auch für den Gesundheitsbereich – beides Branchen, in denen Kapsch BusinessCom bereits zahlreiche andere erfolgreiche Projekte umgesetzt hat.

Smarte Kleidung & Connected Living
„Neben Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich arbeiten bereits auch Firmen wie Airbus, Audi oder BMW mit unseren smarten Textilien“, erzählte CEO Günter Grabher im Rahmen der Veranstaltung bei Kapsch. Auch Google, Apple und Microsoft hätten bereits Interesse an eigenen Patenten für smarte Kleidung bekundet. Von Innovationen geprägt ist auch die intelligente Umgebung (oder Connected Living), die mittlerweile in allen Lebensbereichen Einzug hält. „Smartes Wohnen, smarte Kleidung, smarte Stadt, smarte Industrie – schon im Jahr 2025 werden wir keine Smartphones, Tablets und Laptops mehr besitzen“, zeigte sich Markus Kottinger von IBM Watson überzeugt und begründete dies damit, dass zu diesem Zeitpunkt die Infrastruktur so weit ausgereift sein dürfte, dass alle zusätzlichen Devices überflüssig sein könnten. (pj)

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