INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Mission Energiesparen © Rexel Austria

Robert Pfarrwaller.

© Rexel Austria

Robert Pfarrwaller.

Redaktion 24.10.2018

Mission Energiesparen

Rexel Austria und Siemens Österreich mit Cloud-Lösung für Unternehmen.

WIEN. Die Strompreise im Großhandel sind im Höhenflug. Zumindest mit Zeitverzögerung wird die Entwicklung auch bei KMUs und Verbrauchern aufschlagen. Robert J. Pfarrwaller, Vorsitzender der Geschäftsführung/CEO von Rexel Austria, ist überzeugt: „Wenn die Stromrechnung zunehmend Kosten verursacht und somit den Gewinn reduziert, ist dies für Unternehmer schwer zu verkraften. Daher wird Energie-Monitoring in puncto Kosteneinsparung immer mehr zu einem schlagenden Thema.“ Rexel ist in Österreich seit 1996 federführend in Industrie sowie Elektrogroßhandel und agiert unter den beiden B2B-Marken Regro und Schäcke.

Im Rahmen einer eineinhalbjährigen Zusammenarbeit des österreichischen Marktführers im Elektrogroßhandel, Rexel, und des internationalen Technologiekonzerns Siemens entstand die neue Rexel Power App. „Siemens Österreich war für uns der richtige Partner, um so eine digitale Lösung umzusetzen. Diese App ist die weltweit erste Energiemanagement-Lösung, die auf der Cloud-Plattform MindSphere basiert. Wir glauben daran, dass MindSphere der zukünftige Standard für industrielle Applikationen sein wird“, bekräftigt Pfarrwaller die Kooperation. Die Entwicklung der App setzt nicht nur den Megatrend IoT – Internet of Things – in die Praxis um, sondern generiert echten Kundennutzen durch Digitalisierung. In der App sehen Betriebe ihre Energieverbrauchsdaten einfach und verständlich auf Dashboards in Diagramm-Form aufbereitet und können so gezielt Energiesparmaßnahmen setzen. So wird es zukünftig viel einfacher sein, Energiedaten mehrerer Standorte eines Unternehmens zu verknüpfen.

Zentrallager in Oberösterreich als Best-Practice-Beispiel
Im 23.000 m2 großen Rexel-Zentrallager in Weißkirchen, Oberösterreich, wurde demonstriert, welch großes Energieeinsparungspotenzial in vielen Betrieben schlummert. Die Power App und wachsame Sensoren sorgten dafür, dass Österreichs größtes Elektrolager nun 15% weniger Strom verbraucht. Das entspricht umgerechnet dem Verbrauch von 40 Einfamilienhäusern und spart jährlich 60 t CO2. Die größten Stromverbraucher waren nicht wie erwartet die Motoren der Maschinen, sondern die Beleuchtung und Büro-IT. Die Erfahrungen aus dem Projekt zur Energieoptimierung nutzt Rexel nun dazu, um einen neuen Betriebszweig zu starten. „Wir sind Pioniere im Energiemanagement und haben zu diesem Thema sogar ein neues Geschäftsmodell entwickelt“, erläutert CEO Pfarrwaller die neuesten Entwicklungen.

MindSphere ist das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem von Siemens, das Produkte, Anlagen, Systeme und Maschinen verbindet. In der MindSphere können Daten sicher gesammelt, intelligent ausgewertet und mit Apps für unterschiedliche Bedürfnisse genutzt werden. Kurt Hofstädter, Leiter des Siemens Bereichs Digital Factory in CEE, erklärt: „Die MindSphere funktioniert so ähnlich wie Android für Smartphones, nur für die Industrie.“ Weltweit ist knapp eine Mio. Geräte angeschlossen und bis Ende 2018 voraussichtlich bereits 1,25 Mio. Apps in der MindSphere erlauben Anlagenbetreibern vorausschauende Wartung, Energiemanagement oder Ressourcenoptimierung. „Smarte Apps können beispielsweise Trends und Muster in Datenbergen einer Fabrik erkennen und helfen, effizienter zu produzieren“, zeigt Hofstädter das Potenzial der MindSphere für Unternehmen auf.

Die Rexel Power App hilft nicht nur, Kosteneinsparungspotenziale zu nutzen, sondern unterstützt auch bei gesetzlichen Verpflichtungen. Das Bundes-Energieeffizienzgesetz (EEffG) verpflichtet große Unternehmen, mindestens alle vier Jahre ein externes Energie-Audit durchzuführen – und nächstes Jahr ist es wieder so weit. „Durch transparente Energiedaten in der Power App fällt der Aufwand hier erheblich geringer aus“, so Pfarrwaller. Bezogen wird die App so, wie man es gewohnt ist: im App Store von Google Play oder im iOS Store. Auch eine Demoversion ist enthalten, um die App ausgiebig testen zu können. Eigene Daten können durch einen simplen Onboarding-Prozess in die App importiert werden. (pj)

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