INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Mission Innovation Austria: Das Forum für die Gestaltung der Energiezukunft © AIT Übermasser

Im Projekt ERIGENEIA, Sieger in der Kategorie Resilient Energy Systems, wurde ein Prototyp für eine kurzfristige PV-Prognose für lokalen Anlagen entwickelt, um die Optimierung lokaler Speicher auf die PV Erzeugung abstimmen zu können.

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Im Projekt ERIGENEIA, Sieger in der Kategorie Resilient Energy Systems, wurde ein Prototyp für eine kurzfristige PV-Prognose für lokalen Anlagen entwickelt, um die Optimierung lokaler Speicher auf die PV Erzeugung abstimmen zu können.

Helga Krémer 07.05.2021

Mission Innovation Austria: Das Forum für die Gestaltung der Energiezukunft

AkteurInnen aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Kommunen trafen sich im Rahmen der MIAConference und skizzierten gemeinsam den Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2040.

WIEN. Das richtungsweisende Forum für österreichische Energieinnovationen „Mission Innovation Austria Week“ hat sich zur MIAOnline weiterentwickelt. Die MIAConference am 28. und 29. April 2021 war der Höhepunkt der seit einem Jahr laufenden Eventserie MIAOnline. Im Mittelpunkt stand die Bedeutung von Forschung und Innovation auf dem Weg zu einer sicheren Energieversorgung mit 100% erneuerbarer Energie und dem damit einhergehenden Umbau des Energiesystems.

„Mit der „Mission Innovation Austria“ positioniert sich Österreich als Vorreiter in Forschung und Innovation für neue Zukunfts- und Energietechnologien. Enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern und gute Kooperationen - all das vereint die „Mission Innovation Austria Online. Innovation und Forschung sind seit Jahren zentrale und entscheidende Treiber für einen klimafreundlichen Wandel. Dabei leistet Forschung, Entwicklung und Innovation auch einen wichtigen Beitrag zur Krisenbewältigung in Österreich, stärkt unsere Wirtschaft und bringt uns zudem international beim Klimaschutz auf die Überholspur“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Tirol 2050 – regionale Antworten aus dem Westen Österreichs
Die Partner Standortagentur Tirol und Energie Tirol präsentierten regionale Antworten aus dem Westen Österreichs. Das energiepolitische Programm „Tirol 2050 energieautonom“ baut neben der bestmöglichen Nutzung sämtlicher in Tirol verfügbarer erneuerbarer Ressourcen und Technologien auch auf die vielfältigen Ideen und das persönliche Engagement der Bevölkerung. „Unser Ziel in Tirol ist es, den Energiebedarf annähernd zu halbieren und bis 2050 bilanziell zur Gänze aus heimischen, erneuerbaren Ressourcen zu decken. Ohne Energiewende sind die Klimaziele nicht zu erreichen. Wir wollen mit unserem Weg zudem regionale Wertschöpfungsketten stärken“, berichtet LHStv Josef Geisler, Energielandesrat in Tirol.

(Klein-)Städte als Motor gegen die Klimakrise
Es sind nicht nur die großen Ballungszentren – auch bei kleineren Kommunen ist das Thema Resilienz auf der Agenda. Im Fokus stehen die Gestaltung der kommunalen Energiewende, Anpassungen an den Klimawandel und innovative Stadtquartiere. Unterstützung und zahlreiche Best Practice Beispiele bot dazu der Klima- und Energiefonds im Rahmen seines Smart-City: „Energiewende passiert nicht einfach, sie muss aktiv vorangetrieben werden",  ist Geschäftsführerin Theresia Vogel, überzeugt. „Ein Eckpfeiler unserer Strategie ist der Wissenstransfer aus innovativen Stadtprojekten. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren – lernen wir voneinander!“, so Vogel weiter.

Grüner Wasserstoff als wichtiger Bestandteil für klimaneutrales Energiesystem
Sonne und Wind liefern viel elektrische Energie – aber nicht immer. Seit dem Beginn des Ausbaus dieser erneuerbaren Stromgewinnung drängt die Frage nach der Energiespeicherung. Die Gewinnung von Wasserstoff mittels Elektrolyse kann zur zentralen Komponente des Systems werden. Pionierprojekte veranschaulichen, wie Wasserstoff aus grünem Strom hergestellt wird, zu Methan oder anderen Kohlenwasserstoffen weiterverarbeitet und sektorenübergreifend genutzt wird. „Für die Umstellung auf eine Wasserstoffwirtschaft ist neben der Technologie auch die Integration in die nationale und internationale Rechtsordnung notwendig“, betonte Horst Steinmüller, Geschäftsführer der Wasserstoffinitiative Vorzeigeregion Austria Power & Gas (WIVA P&G).

MIA-Award in den Kategorien Forschung, Resilienz, Startups und Next Generation
Um herausragende Arbeiten aus Forschung und Innovation zu würdigen und einem breiten Publikum vorzustellen, wird jährlich der MIA-Award vergeben. Im Rahmen der Preisverleihung zeichnete Klimaschutzministerin Leonore Gewessler besondere Leistungen in vier Schwerpunkten aus. Partner, die entweder einen wichtigen Anteil daran haben, dass diese Arbeiten entstehen konnten oder mit spezifischem Interesse am konkreten Thema zusätzlich eine „Patenschaft“ übernahmen.

In der Kategorie Tech Solution & Local Hero wurden herausragende Leistungen im Bereich angewandte Forschung und Technologieentwicklung ausgezeichnet, die maßgeblich zur Umsetzung zukünftiger Energiesysteme beitragen sowie Pioniere, denen die Umsetzung von zukünftigen Energiesystemen in einem Teilbereich bereits gelungen ist. Partner und Paten für diesen Award sind die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie der Klima- und Energiefonds.

In der Kategorie Resilient Energy Systems wurden laufende oder abgeschlossene FTI-Projekte, innovative Ideen oder unternehmerische Konzepte ausgezeichnet, die die Transformation der Energiesysteme in Richtung Resilienz unterstützen. Die Projekte oder Konzepte sollen zur Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit von zukünftigen Energiesystemen beitragen. Dieser Award wurde gemeinsam mit der Austrian Power Grid (APG) vergeben.

In der Kategorie Entrepreneur wurde ein junges Start-up oder die Idee für ein neues Geschäftsmodell ausgezeichnet, das ein Game Changer in der Energiewende sein kann. Es werden innovative Geschäftsmodelle gesucht, die neuen Technologien zum Durchbruch verhelfen. Die Patenschaft übernahmen die Austria Wirtschaftsservice (AWS) und Oesterreichs Energie.

In der Kategorie Next Generation wurde eine herausragende fachbezogene Masterarbeit oder Dissertation aus den letzten drei Jahren gewürdigt, die einen innovativen Lösungsansatz für eine praktische Problemstellung im Themenbereich zukünftiger Energiesysteme behandelt.

Die Kategoriesieger:

Tech Solution und Local Hero: Solhub, eingereicht von Fronius

Resilient Energy Systems: Erigeneia, eingereicht von Stefan Übermasser, AIT

Entrepreneur: gnista.io, eingereicht von Campfire Solutions

In der Kategorie Next Generation wurden vier Nachwuchsforscherinnen ausgezeichnet: Erster Platz und ein Preisgeld von 3.000,- € erhielt Bernadette Fina (AIT), On the Profitability of PV Sharing in Residential Energy Communities. Weitere Auszeichnungen und ein Preisgeld von je 1.000,- € gingen an Kordula Rothböck (FH Oberösterreich), Model-basierte nachhaltige Produktentwicklung auf E-Motoren angewandt; Anna Traupmann (Montanuniversität Leoben), Elektrische Zellennetzmodelle zur Überwindung zukünftiger Herausforderungen und an Valeriya Azarova (JKU), PeakAPP Project

Über MIAOnline
MIAOnline bringt führende Persönlichkeiten und ExpertInnen aus unterschiedlichen Disziplinen, Sektoren und Branchen zusammen. Veranstaltungspartner sind das Klimaschutzministerium, der Klima- und Energiefonds, Energie Tirol, die Standortagentur Tirol und die Vorzeigeregion WIVA P&G.

Die Veranstaltungsserie ist Teil der „Initiative Mission Innovation Austria – dem österreichischen Beitrag zur weltweiten Forschungsallianz Mission Innovation (MI)“. Die globale Initiative „Mission Innovation“ wurde 2015 gegründet und besteht mittlerweile aus 24 Staaten sowie der Europäischen Union. Ziel ist es, mithilfe privater und öffentlicher Investitionen die Entwicklung sauberer Energietechnologien voranzutreiben. (hk)

 

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