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Robustes Wachstum zum Jahreswechsel © medianet
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Redaktion 22.11.2018

Robustes Wachstum zum Jahreswechsel

Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom November 2018.

WIEN. Die Oesterreichische Nationalbank erwartet für den Jahreswechsel 2018/19 ein weiteres langsames Ausklingen der aktuellen Hochkonjunkturphase. Die Wachstumsraten haben sich seit dem Konjunkturhöhepunkt zu Jahresende 2017 zwar halbiert, im Vergleich zum Euroraum erweist sich das österreichische Wachstum jedoch als robust. Für das vierte Quartal 2018 prognostiziert die OeNB im Rahmen ihrer vierteljährlichen Kurzfristprognose eine weitere leichte Wachstumsverlangsamung des realen BIP auf 0,4% (jeweils gegenüber dem Vorquartal). Für das Gesamtjahr 2018 ergibt sich mit 2,7% ein gleich starkes Wachstum wie im Vorjahr. Im ersten Quartal 2019 wird aufgrund der steuerlichen Entlastung durch den Familienbonus mit einer leichten Wachstumsbeschleunigung auf 0,5% gerechnet.

Der Wachstumshöhepunkt wurde im vierten Quartal 2017 erreicht, seitdem verlangsamt sich die Dynamik. Für das dritte Quartal 2018 weist die VGR-Schnellschätzung ein Wachstum von 0,5% (gegenüber dem Vorquartal) aus. Dieses lag um 0,3 Prozentpunkte über jenem des Euroraums. Der Konjunktureinbruch im Euroraum ist auf ein vorübergehendes Schrumpfen der Wirtschaftsleistung in Deutschland (-0,2%) und die Stagnation in Italien zurückzuführen, während Frankreich und Spanien eine solide Entwicklung zeigten. Die deutsche Konjunktur wurde durch das schwächere Weltwirtschaftswachstum und die Drosselung der Automobilproduktion aufgrund der verschärften Abgastests temporär gebremst. Die Wirtschaft in Italien leidet derzeit unter einer erhöhten Unsicherheit aufgrund der schwierigen politischen Lage.

Gute Export-Entwicklung
Dennoch entwickelte sich der österreichische Außenhandel im bisherigen Jahresverlauf sehr robust. Dies ist vor allem der guten Entwicklung in den CESEE-Ländern geschuldet. Die Güterexporte in diese Region wuchsen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um zehn Prozent und damit fast doppelt so stark wie die gesamten Exporte. Gemäß den aktuellen Resultaten des OeNB-Exportindikators entwickelten sich die österreichischen Güterexporte auch im dritten Quartal sehr positiv. Während die Auftragsbücher noch gut gefüllt sind, deutet ein Rückgang der Auftragseingänge auf eine bevorstehende Abschwächung der Exportdynamik hin.

Die Investitionen sind derzeit eine tragende Säule der Konjunktur. Zwar zeigt sich angesichts der Eintrübung in den wichtigsten Exportdestinationen auch hier eine Moderation. Die mit 88,5% deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 85,3% liegende Kapazitätsauslastung lässt jedoch auch für die kommenden Monate eine weitere Ausweitung der Unternehmensinvestitionen erwarten. Die ausgezeichnete finanzielle Lage der Unternehmen und die anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen stützen darüber hinaus die Investitionstätigkeit.

Die Bauinvestitionen zeigten im dritten Quartal zwar eine leichte Abschwächung, die zugrundeliegende Dynamik ist jedoch intakt. Der Wohnbau hat sich in den letzten beiden Jahren sehr kräftig entwickelt. Die Baubewilligungen sind zwar im ersten Halbjahr 2018 gesunken. Die deutliche Ausweitung der beiden letzten Jahre in Verbindung mit einer guten Auftragslage lässt für die kommenden Monate jedoch eine weiterhin starke Expansion erwarten.

Mehr Jobs, mehr Konsum
Auch vom privaten Konsum gehen derzeit kräftige Konjunkturimpulse aus. Das starke Beschäftigungswachstum und die im Vergleich zum Vorjahr höheren Lohnabschlüsse stützen das Konsumwachstum.

Die Inflation ist bedingt durch höhere Rohstoffpreise im bisherigen Jahresverlauf gestiegen. Im September hat sich der Preisauftrieb jedoch wieder verlangsamt, die HVPI-Inflation sank von 2,3% im August auf 2,1%.

Die Verteuerung von Neuwagenkäufen durch die höhere Normverbrauchsabgabe aufgrund der verschärften Abgastests seit September hat zu deutlichen Vorziehkäufen – vor allem bei PKWs mit hohen CO2-Emissionen – geführt. Im September und Oktober sind die Pkw-Neuzulassungen eingebrochen. Dies wird im vierten Quartal das Konsumwachstum spürbar dämpfen. Da Pkws jedoch nahezu ausnahmslos importiert werden, hat dies keine Auswirkungen auf die inländische Produktion. (red)

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