INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Vorreiter gesucht! © Accenture
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Helga Krémer 04.06.2021

Vorreiter gesucht!

Aktuelle Accenture-Studie zeigt: Die Pandemie vertieft die digitale Kluft und spielt Technologieführern in die Hände.

WIEN. Technologie hat sich in der Bewältigung der Covid-19-Pandemie als unabdingbar gezeigt: Sie hilft uns, die aktuellen Herausforderungen unserer Gesundheitssysteme zu stemmen und unsere Sicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig ermöglicht sie veränderte Arbeits- und Geschäftsmethoden, schafft neue Arten der Interaktionen und Erfahrungen. Bereits heute ist die Realität unserer Wirtschaft nachhaltig auf allen Ebenen durch Technologie beeinflusst und sind Führungskräfte dadurch befähigt, den Wandel und die Zukunft ihrer Branche aktiv mitzugestalten. Zu diesen Ergebnissen kommt die „Technology Vision 2021“ des Beratungsunternehmens Accenture. Im Rahmen der Studie wurden weltweit über 6.200 Führungskräfte aus der Wirtschafts- und Technologiebranche befragt, davon 100 in Österreich.

Laut Studie mit dem Titel „Vorreiter gesucht: Wie die Meister des Wandels den Moment für sich nutzen“ haben führende Unternehmen begonnen, ihre Jahrzehnte umspannenden Transformationspläne zu beschleunigen und auf zwei bis drei Jahre zu verkürzen. Die Voraussetzung dafür ist der Aufbau eines neuen digitalen Kerns. Mit diesem gelingt es Unternehmen, sich nicht nur in Rekordgeschwindigkeit an neue Entwicklungen anzupassen und Innovationen hervorzubringen; er rüstet Unternehmen außerdem für Herausforderungen wie die Covid-19-Pandemie.

Technologieführer verzeichnen heute einen fünfmal schneller wachsenden Umsatz als die Nachzügler. Zwischen 2015 und 2018 war ihr Wachstum nur doppelt so schnell. Die Folge: Zahlreiche Unternehmen wetteifern darum, sich neu zu erfinden und ihre gegenwärtige Situation mittels technologischer Innovationen zu gestalten. „Die Krise hat eine Zeitenwende in der Technologisierung unserer Wirtschaft und Gesellschaft eingeläutet. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit für Führungskräfte und Meinungsbildner: Die Menschen haben ihr Veränderungspotenzial eindrucksvoll gezeigt – können nun Firmen und Organisationen Schritt halten und basierend auf der gemachten Erfahrungen den Menschen rasch genug folgen? Dafür gibt es, wie die diesjährige Technology Vision zeigt, einige relevante Hebel. Der wichtigste von ihnen: Technologie und Geschäftsstrategie müssen als untrennbare Einheit verstanden werden“, erklärt Christian Winkelhofer, Managing Director Accenture Österreich, und betont: „Jetzt gilt es, diese Erkenntnisse und die Kraft des exponentiellen technologischen Wandels zu nutzen, um die Zukunft zu gestalten.“

92% der Befragten (in Österreich 87%) gaben an, dass Innovation in ihrem Unternehmen in diesem Jahr an erster Stelle steht. Darüber hinaus sind 91% der weltweiten Führungskräfte (84% der österreichischen) der Meinung, dass ihr Unternehmen den Markt von morgen mitgestalten muss, wenn es ihn erobern will. Dafür müssen Unternehmen zu „Meistern des Wandels“ werden und drei Punkte beachten. Erstens: Führung und Technologie gehören zusammen. In einer Zeit permanenten Wandels haben diejenigen Erfolg, die den Einsatz von Technologie ins Zentrum ihrer Geschäftsstrategie stellen. Zweitens können Führungskräfte nicht länger auf veränderte Begebenheiten warten; sie müssen sie selbst schaffen, indem sie ihre Vorgehens- und Denkweise radikal ändern. Und schließlich müssen Führungskräfte sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Es gilt, Technologien so zu gestalten und anzuwenden, das diese sich positiv auf eine nachhaltigere und integrativere Welt auswirken.

Fünf Schlüsseltrends für die nächsten drei Jahre

1. Ein neuer digitaler Kern für eine bessere Zukunft
Unternehmen konkurrieren zunehmend um ihre Technologiearchitekturen. Die wettbewerbsfähigste Infrastruktur aufzubauen, erfordert einen neuen Blickwinkel. Denn Geschäfts- und Technologiestrategien sind untrennbar miteinander verknüpft – und sogar ununterscheidbar. 89% der Führungskräfte (in Österreich 87%) sind der Meinung, dass die Fähigkeit ihres Unternehmens, geschäftlichen Mehrwert zu generieren, zunehmend von den Grenzen und Möglichkeiten der eingesetzten Technologiearchitektur abhängt.

2. Gespiegelte Welt
Führende Unternehmen erstellen intelligente, digitale Zwillinge, um geradezu lebendige Modelle von Fabriken, Lieferketten und Produktlebenszyklen abzubilden. Die Verschmelzung von Daten und Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für Betrieb, Zusammenarbeit und Innovation. 65% der weltweit befragten Führungskräfte (jedoch nur 30% der österreichischen) erwarten, dass die Investitionen ihres Unternehmens in intelligente, digitale Zwillinge in den nächsten drei Jahren steigen.

3. Ich, der Technologe / Ich, die Technologin
Alle Mitarbeitenden können Innovation schaffen, ihre Arbeit optimieren und Probleme beheben. Dadurch sorgen Mitarbeitende selbst dafür, dass ihr Unternehmen mit neuen und sich ändernden Anforderungen Schritt halten kann. 88% der Führungskräfte (in Österreich 84%) sind der Meinung, dass die Demokratisierung der Technologie entscheidend ist, um Innovationen in ihrem Unternehmen voranzutreiben.

4. Immer und überall
Das „Bring Your Own Environment“ [zu Deutsch: „Bringen Sie Ihre eigene (Arbeits-)Umgebung mit“] hat in vielen Unternehmen zu einer beispiellosen Flexibilität geführt. Mitarbeitende haben die Freiheit, nahtlos von überall aus zu arbeiten – sei es zu Hause, im Büro oder am Flughafen. Innerhalb dieses Modells können Führungskräfte den Zweck der Arbeit an jedem Standort neu überdenken und die Chance nutzen, ihr Unternehmen in dieser neuen Gegenwart zu gestalten. 81% der Entscheider (abweichend davon lediglich 73% in Österreich) sind sich einig, dass führende Unternehmen in ihrer Branche künftig von einem „Bring Your Own Device“- zu einem „Bring Your Own Environment“-Ansatz übergehen.

5. Vom Mir zum Wir
Die Notwendigkeit der Nachverfolgbarkeit von Kontakten, reibungslose Zahlungsvorgänge und neue Arten des Vertrauensaufbaus haben verdeutlicht, was in bestehenden Ökosystemen von Unternehmen fehlt. Durch Multi-Party-Systeme können Unternehmen größere Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit erlangen, neue Märkte erschließen und zukunftsweisende Maßstäbe für ihre Branche setzen. 90% der befragten Führungskräfte (in Österreich 87%) gaben an, dass Multi-Party-Systeme ihre Ökosysteme künftig resilienter und anpassungsfähiger machen und Partnern dabei helfen, neue Werte zu schaffen.

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass die Priorisierung technologischer Innovationen noch nie so wichtig war wie in diesen disruptiven Zeiten.

Über die Methodik
Mit der Technology Vision beobachtet Accenture seit über 20 Jahren systematisch die Unternehmenslandschaft, um aufkommende Technologietrends zu identifizieren. (red)

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