INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Wegbereiter für Industrie 5.0 © Matthias Heisler

Christopher Lindinger (VR JKU, Linz), Claudia Schickling (TUW Pilotfabrik Industrie 4.0), Florian Tursky (Staatssekretär für Digitalisierung) und Johannes Fröhlich (VR TU Wien) bei der feierlichen Auftaktveranstaltung des größten EDIHs Österreichs.

© Matthias Heisler

Christopher Lindinger (VR JKU, Linz), Claudia Schickling (TUW Pilotfabrik Industrie 4.0), Florian Tursky (Staatssekretär für Digitalisierung) und Johannes Fröhlich (VR TU Wien) bei der feierlichen Auftaktveranstaltung des größten EDIHs Österreichs.

Helga Krémer 25.11.2022

Wegbereiter für Industrie 5.0

Der größte österreichische European Digital Innovation Hub (EDIH) "AI5production" hat seine Tätigkeit aufgenommen.

WIEN. 16 Partnerinstitutionen – Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und Intermediäre – haben sich in einem von der TU Wien koordinierten Hub gebündelt und unterstützen ab sofort heimische produzierende Betriebe bis 3.000 Mitarbeitenden in allen Aspekten der Digitalisierung.
Die EDIHs werden von der Europäische Kommission (EC) im Rahmen des Digital Europe Programme und von nationaler Seite durch das BMAW finanziert. Am 14. November 2022 fand die feierliche Auftaktveranstaltung des größten EDIH Österreichs statt. Die 16 Partnerinstitutionen aus Wien und Oberösterreich bieten Unternehmen ab sofort ein breites Spektrum an Unterstützung bei der digitalen Transformation. Dieses reicht von einem kostenlosen Zugang zu Testinfrastruktur und zu Expertise bis hin zu Unterstützung bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten rund um das Themenfeld Digitalisierung. Inhaltlich bietet der Hub anwendungsorientierte Expertise zu Industrie 5.0 in den Bereichen Digitale Produktion, Eco-Design, Cyber-Security und KI für industrielle Anwendung an.

TUW und JKU als Intialzünder
Der EDIH geht auf ein initiales Engagement der TU Wien und der JKU Linz zurück – rund um diese Keimzellen entstand in Wien und Oberösterreich ein Hightech-Konsortium, das alle Aspekte der Digitalisierung in der Produktion abdeckt.
Johannes Fröhlich, Vizerektor Forschung und Innovation der TU Wien, sieht die TU Wien als größte österreichische technische Universität in der Verantwortung, die Produktion der Zukunft zum volkswirtschaftlichen Nutzen Österreichs zu gestalten. Die enge Kooperation mit der Wirtschaft werde durch den EDIH noch ausgeweitet und vertieft. Die TU Wien betont auch die soziale Dimension der Technik: „Digitalisierung ist ein Treiber der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung und bietet mit der Weiterentwicklung zu Industrie 5.0 für Gesellschaft und Unternehmen neue Chancen: „Human Centricity“ zielt darauf ab, die Stärken von Mensch und Maschine zu nutzen und sinnvoll zu verbinden. Im Hub AI5production bündeln wir das diesbezügliche komplementäre Knowhow von 16 Partnern aus Akademia und Unternehmen und zeichnen damit eine Kompetenzlandkarte für „Human Centered Innovation“. Davon würden insbesondere KMUs direkt profitieren und auf ihrem Weg zum Industrie 5.0-Unternehmen unterstützt.“

Christopher Lindinger, Vizerektor für Innovation und ForscherInnen der JKU Linz, hob die enge Kooperation und die führende Rolle der beiden Universitäten TU Wien und JKU beim Aufbau des Hubs AI5production hervor: „Die Universitäten und Bildungsinstitutionen als Partner im Hub AI5production stehen für höchste fachliche Expertise und Wissen auf dem letzten Stand der Forschung. Unternehmen bekommen nun das unschätzbare Angebot des direkten Zugangs und damit die Möglichkeit, sich gegenüber aktuellen Herausforderungen wie Cyber-Security oder der Optimierung von Energieflüssen optimal aufzustellen.“

Ansichten bei Eröffnung
Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, betonte die hohe Bedeutung der digitalen Transformation für die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Produktionssektors: „Es ist ein wichtiger Erfolg, dass AI5Production mit seinen für die Industrie wesentlichen Themenfeldern digitales Design, digitale Produktion, Cybersecurity und Künstliche Intelligenz nun startet und der Hub als Bindeglied zwischen den Ergebnissen der Forschung und ihrer Umsetzung im industriellen Umfeld fungiert“, so Neumayer.

Staatssekretär für Digitalisierung und Telekommunikation Florian Tursky unterstrich anlässlich der Eröffnung die hohe Bedeutung der digitalen Transformation, insbesondere der künstlichen Intelligenz, für die österreichische Volkswirtschaft: „Künstliche Intelligenz hat sich in den letzten Jahren als eine der Schlüsseltechnologien der fortschreitenden Digitalisierung herauskristallisiert. Mit Industrie 5.0, insbesondere der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter, wird der Mensch nicht verdrängt, sondern bestens unterstützt. Künstliche Intelligenz bringt Effizienzsteigerungen, verbesserte Arbeitsabläufe und vertiefte Datenanalysen mit sich. Daher freut es mich, dass gemeinsam mit der EU 17 Mio. Euro in vier österreichisches EDIH und davon knapp 4,4 Mio. Euro in den EDIH AI5production investiert werden.“

Das ist AI5production
Das umfassende Angebot des AI5production skizzierte Claudia Schickling, Koordinatorin von AI5production und Leiterin der TUW Pilotfabrik Industrie 4.0. Das Spektrum reiche von Trainingsaktivitäten, über individuelle Problemlösungen bis hin zu Finanzierungsunterstützung. Die zunehmende Digitalisierung sei ein essenzielles Instrument für eine nachhaltige und resiliente Produktion der Zukunft. „AI5production unterstützt die digitale Transformation der Österreichischen Unternehmen und gestaltet somit die Produktion der Zukunft. Wir laden alle Unternehmen ein, AI5production Services in Anspruch zu nehmen und damit unsere hohe Expertise für den eigenen betrieblichen Erfolg zu nutzen.“

Teilnehmende Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und Intermediäre: TU Wien Pilotfabrik Industrie 4.0 (Koordination), Johannes Kepler Universität Linz (JKU), AIT (Austrian Institute of Technology), Ars Electronica Center, CDP (Center for Digital Production), EIT Manufacturing, FILL GmbH, INiTS (High-Tech Business Inkubator der Stadt Wien), LCM (Linz Center of Mechatronics), PROFACTOR GmbH, RIC (Regional Innovation Center 4.0), SBA-Research (Research Center for Information Security), SCCH (Softwarekompetenzzentrum Hagenberg), Universität Wien, Verein Industrie 4.0 Österreich und VRVis (Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung Forschungs-GmbH). (hk)

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