INDUSTRIAL TECHNOLOGY
"Wir wollen keinen digitalen Wilden Westen" © APA Georg Hochmuth

Staatssekretärin Muna Duzdar.

© APA Georg Hochmuth

Staatssekretärin Muna Duzdar.

Redaktion 25.10.2017

"Wir wollen keinen digitalen Wilden Westen"

Pointierte Statements beim Austrian-Standards-Fachkongress zum Thema Internet of Things (IoT).

WIEN. "Wir wollen keinen digitalen Wilden Westen!" Damit eröffnete Staatssekretärin Muna Duzdar den IoT-Fachkongress 2017 und betonte die Notwendigkeit einer Charta der digitalen Grundrechte in der Europäischen Union. Gemeinsam mit Austrian Standards-Direktorin Elisabeth Stampfl-Blaha begrüßte sie vergangene Woche Vorstände, Geschäftsführer, Technologie-, Sicherheits-, Datenschutz- sowie Marketing-Expertinnen und -Experten im Austrian Standards Meeting Center in Wien.
Hochkarätige Referentinnen und Referenten skizzierten im Rahmen des Kongresses Strategien gegen potenzielle Bedrohungsszenarien für lebenswichtige Infrastrukturen, beschrieben IoT-Anwendungen in der Industrie und referierten über den Status quo der Standardisierung in diesem Bereich. Durch die Veranstaltung führte der Vizepräsident der Digital Society Austria, Manfred Wöhrl.

IoT auf Überholspur - dank Standards
Austrian Standards-Direktorin Stampfl-Blaha erklärte, das Internet der Dinge kenne nur einen Kurs: die Überholspur. DieTechnik entwickle sich exponentiell, die Vernetzung der Anwendungen nehme ebenso rasant zu wie die Zahl der Cyber-Angriffe. "Standards sind deshalb wichtige Tragpfeiler einer erfolgreichen Entwicklung", so Stampfl-Blaha. Die Podiumsdiskussion zum Thema "Inwieweit benötigt IoT Standards?" unterstrich, dass Standards eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, IT-Systeme vernetzbar, portabel, effizient und sicher im Betrieb zu machen. Den aktuellen Stand der Normung und künftige Entwicklungen beschrieben Karl Grün von Austrian Standards und Richard Valenta vom Österreichischen Verband für Elektrotechnik (OVE).

Potenziale und praktische Anwendungen
Experten von AIT, SpaceTec und Austro Control referierten zu autonomen Fahrzeugen, Satellitenüberwachung, vernetzten Drohnen und Webcams. Facebook-Kläger Max Schrems, die Juristin Veronika Wolfbauer und Tobias Höllwarth von EuroCloud thematisierten den Datenschutz. Unternehmen wie Hutchison Drei Austria (Lead-Partner des Fachkongresses), Linz Strom, Hagleitner, NetApp oder Crate zeigten schließlich anhand von Best-Practice-Beispielen, wie IoT, Big Data und Cloudservices dabei helfen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Effizienz bestehender Prozesse in Produktion und Verwaltung zu steigern.

Live-Hack zeigte Risiken
Bei einem Live-Hack demonstrierten Spezialisten vom Austrian Internet of Things Network eindrucksvoll, wie einfach sich die Kontrolle über ein WLAN-Netz samt den angeschlossenen Geräten übernehmen lässt; sie machten damit die Risiken deutlich, die Millionen ungesicherter Devices - von Smartphones über Webcams bis hin zu "smarten" Kuscheltieren - im Internet of Things darstellen. Derartige Risiken und die Frage, ob wir darauf vorbereitet sind, erörterte die abschließende Podiumsdiskussion, die von der Journalistin und Buchautorin Ingrid Brodnig geleitet wurde.

Internationale Kooperation
Zusammenfassend betonten Stampfl-Blaha, Grün und Wöhrl die enorme Bedeutung und die vielfältigen Potenziale des IoT für nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens und wiesen auf die Wichtigkeit internationaler Abstimmung, besonders auch in der Standardisierung, hin. Das Internet of Things, Big Data, Cloudservices sowie der Datenschutz und die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung sind die Themen zahlreicher weiterer Veranstaltungen und Publikationen von Austrian Standards zu diesem Themenbereich. (red)

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