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Anti-Aging für Designsofas © Maison Carousel (3)

Ein echter Jungbrunnen: Nach der Generalüberholung mit frischer Polsterung und einer neuen, hochwertigen Tapezierung sind die zeitlos schönen Klassiker wieder wie neu und noch dazu echte Einzelstücke.

© Maison Carousel (3)

Ein echter Jungbrunnen: Nach der Generalüberholung mit frischer Polsterung und einer neuen, hochwertigen Tapezierung sind die zeitlos schönen Klassiker wieder wie neu und noch dazu echte Einzelstücke.

britta biron 27.09.2019

Anti-Aging für Designsofas

Maison Carousel verpasst Designklassikern renommierter Marken einen frischen Look und ein neues Zuhause.

Wien. Was tun mit einem alten Möbelstück, wenn’s nicht mehr gefällt oder nicht zum neuen Einrichtungsstil passt, aber grundsätzlich noch gut in Schuss und damit viel zu schade zum Wegwerfen ist? Verschenken oder am Second Hand-Markt verkaufen.

Caroline Faulmann setzt mit ihrem Start-up Maison Carousel jetzt für Polstermöbel-Klassiker renommierter internationaler Marken auf eine dritte Möglichkeit: die Runderneuerung. Damit spricht sie gleich mehrere Themen an, die am Möbelmarkt derzeit hoch im Kurs stehen: Qualitätsbewusstsein, Individualisierung, Vintage und Nachhaltigkeit.
„Die Designer aus den 60er- und 70er-Jahren waren Visionäre, und einige dieser Modelle werden noch heute verkauft, wie zum Beispiel Maralunga von Cassina oder Cas­tell, ein echter Design-Evergreen, der noch immer funktioniert”, sagt sie und erklärt, warum sich bei Maison Carousel alles um Polstermöbel dreht. „Die sind einerseits für das Aufmöbeln besonders gut geeignet, da vergleichsweise wenige Arbeitsschritte notwendig sind und diese von einem einzigen Handwerker ausgeführt werden können. Andererseits ist es aber auch mein persönliches Faible für solche Stücke, das den Anstoß gegeben hat, mich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und daraus eine Geschäftsidee zu entwickeln.”

Design bewahren und …

Voraussetzung für das Upcycling ist, dass das Grundgerüst des Sofas oder Sessels in Ordnung ist, was bei hochwertigen Stücken meist auch noch nach jahrelangem Gebrauch der Fall ist.
Erneuert wird aber immer die Polsterung und der Bezug; Faulmann arbeitet dabei mit erfahrenen Handwerksbetrieben zusammen. Als Bezugsstoffe werden zum Großteil Restposten oder Überschussware verwendet. „Erstens ergibt sich daraus eine attraktive Preisstruktur und zweitens reduziert es den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte”, nennt Faulmann zwei Gründe dafür.

… Ressourcen sparen

Dass der Kunde beim Bezug weniger Auswahlmöglichkeit hat als bei einem neuen Sofa, werde aber durch den Unikat-Charakter, der durch starke Farben wie Blitzblau, Grün, Orange, Violett, Petrol und Pink zusätzlich unterstrichen wird, und den nachhaltigen Ansatz mehr als wettgemacht, ist die Maison Carousel-Chefin überzeugt.
Als Zielgruppe sieht sie all jene, die sich ein Designersofa wünschen, aber nicht über das Budget für ein neues verfügen, sowie Menschen, bei denen die Liebe zu Design­klassikern und das Interesse an nachhaltigem Konsum gleichermaßen stark ausgeprägt ist.
Zu sehen und zu kaufen sind die aufgemöbelten Sofas und Sessel im Showroom im 9. Bezirk sowie auf der eigenen Website, die auch über einen Online-Shop verfügen wird.
Ein stationärer Store ist vorerst nicht geplant: „Der dafür notwendige Mehraufwand lässt sich mit unserer Preispolitik nicht vereinbaren”, erklärt die Maison Carousel-Chefin. Eine Erweiterung der Kapazität – sie liegt für den Beginn bei maximal 50 Stück pro Jahr – oder der Produktpalette zum Beispiel um Tische oder Kommoden kann sie sich dagegen schon eher vorstellen: „Ich bin sehr offen für alles, was kommt. Man wird sehen, wo die Kundenwünsche liegen und das Sortiment gegebenenfalls auch dahingehend anpassen.”

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