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Bei Schaumwein sind die Österreicher echte Patrioten © Schlumberger Wein- und Sektkellerei/Mila Zytka

Benedikt Zacherl, Geschäftsführer der Schlumberger Wein- und Sektkellerei.

© Schlumberger Wein- und Sektkellerei/Mila Zytka

Benedikt Zacherl, Geschäftsführer der Schlumberger Wein- und Sektkellerei.

Redaktion 20.03.2020

Bei Schaumwein sind die Österreicher echte Patrioten

Grund zum Feiern Österreichischer Sekt wird immer beliebter und in Zukunft auch günstiger – denn Türkis-Grün will die Sektsteuer abschaffen

Wien. „Steter Tropfen höhlt den Stein” – da denkt man natürlich in erster Linie an Wasser, aber auch auf andere Flüssigkeiten trifft das Sprichwort zu.

Seit der Wiedereinführung der Sektsteuer im Jahr 2014 sind die heimischen Hersteller des prickelnden Getränks nicht müde geworden, die Abschaffung des unliebsamen Obolus zu fordern, der ihre Produkte gegenüber der ausländischen Konkurrenz – Frizzante und Prosecco – benachteiligt. Und die Entwicklung der Verkaufszahlen untermauerte ihre Argumentation.
Als die Sektsteuer im Jahr 2005 gestrichen worden war, stieg der Sektkonsum bis 2013 um 35% auf rund 28 Mio. Flaschen; kaum hielt jedoch der Fiskus wieder die Hand auf, war Schluss mit den Zuwächsen. Allein in den ersten beiden Jahren sorgte ein Absatzminus von mehr als 25% für Katerstimmung. Dank diverser Image- und Werbemaßnahmen, wie dem „Tag des Österreichischen Sekts”, konnte ein weiterer Rückgang gestoppt und das Niveau wieder auf rd. 26 Mio. Flaschen jährlich gesteigert werden.
Jetzt endlich zeigt auch das Lobbying der Sekthersteller Wirkung. Nachdem bereits Türkis-Blau im April 2019 die Abschaffung der Sektsteuer für 2022 versprochen hatte, wurde der Vorsatz von Türkis-Grün übernommen und auch im Regierungsprogramms festgeschrieben, allerdings ohne genauen Termin.

Qualität wichtiger als Preis

Fix ist aber für Schlumberger, Österreichs größten Sekthersteller, dass vom Ende der Sektsteuer nicht nur die Winzerbetriebe, sondern auch die Konsumenten profitieren werden.
„Wir möchten dieses freudige Ereignis mit allen Schlumberger-Fans gemeinsam feiern. Aus diesem Grund werden wir 90 Cent voll weitergeben”, verspricht Schlumberger-Geschäftsführer Benedikt Zacherl.
Laut dem neuesten Sektreport von Schlumberger dürfte das aber wenig Auswirkungen auf die Sektlaune der Österreicher haben. Denn auf den Preis schauen sie kaum; die Zahlungsbereitschaft ist im Vergleich zu 2018 sogar gestiegen. Durchschnittlich werden für eine 0,75 l-Flasche im Supermarkt 7,80 €, in der Vinothek 14,40 € und in der gehobenen Gastronomie 34,30 € ausgegeben. Mit 80% ist der Geschmack das wichtigste Kriterium, gefolgt von der Herkunft mit 70%. Und dabei steigt der Patriotismus, denn bereits 80% bevorzugen heimische Ware, französischer Champager ist nur für drei Prozent die erste Wahl. (red)

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