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Die Lust auf Luster ist zurück © Kenneth Cobonpue

Leuchtende Opulenz hat viele Gesichter: Skulptural wie bei Limbo von Kenneth Cobonpue (l.), klassisch wie bei Hermitage von Barovier & Toso (o.) oder illusionistisch wie bei Ingo Maurers La Festa delle Farfalle (u.).

© Kenneth Cobonpue

Leuchtende Opulenz hat viele Gesichter: Skulptural wie bei Limbo von Kenneth Cobonpue (l.), klassisch wie bei Hermitage von Barovier & Toso (o.) oder illusionistisch wie bei Ingo Maurers La Festa delle Farfalle (u.).

Barbara Jahn 15.11.2019

Die Lust auf Luster ist zurück

Darf’s ein bisschen mehr sein? Schillernde Schönheiten, wie Kronleuchter und Luster, brauchen eine große Bühne.

Wien. Gutes Licht zählt in einem Raum zu den wichtigsten Gestaltungselementen. Das Spiel von Helligkeit und Schatten definiert ganz neue Konturen, Raumtiefen und Perspektiven, erzeugt Atmosphäre, Eleganz und Gemütlichkeit zugleich. Doch Licht ist nicht nur Mittel zum Zweck. Während die einen es formal eher technisch-minimalistisch, zurückhaltend und punktuell, ja fast verschwindend, bevorzugen, mögen es die anderen gerne ausladend und opulent.

Wahre Größe zeigen

Es muss nicht immer nur ein venezianischer Palazzo sein, in dem man venezianische Glaskunst zum Mittelpunkt des Wohnraums macht. Es müssen auch nicht die klassischen Ornamente sein, die einen Luster aus Murano zu einem Original machen. Barovier & Toso, gegründet 1942 und ansässig im Palazzo Contarini auf Murano, macht echte „Lichtcouture”. Das Know-how geht auf die beiden Familien Barovier und Toso zurück, die seit 1295 beziehungsweise seit 1350 in diesem Metier der Glasbläserei tätig sind. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich viel verändert, und heute entstehen neben den traditionellen Klassikern auch Kreationen wie Hermitage, eine Serie von fünf verschiedenen Deckenleuchten, die das pastorale Motiv, das in den Kronleuchtern von Barovier & Toso immer wiederkehrt, erneut aufnimmt. Die Modelle können miteinander kombiniert werden und ergeben gemeinsam eine dreidimensionale Komposition für die unterschiedlichsten Umgebungen. Die Modularität erlaubt eine Vielfalt von eigenständigen Designs. Die Niedervolt-LED-Beleuchtung ist geschickt in der Deckenplatte aus poliertem Chrom integriert, sodass die Glaselemente ganz ohne sichtbare Technik zur Geltung kommen können.

Einfach Spaß haben

Stets mit einem Augenzwinkern entwirft der Münchner Lichtdesigner Ingo Maurer Lichtobjekte, die nahe an der Bezeichnung „Skulptur” vorbeischrammen. Legendär sind seine Leuchten Birdie, Campari, Porca Miseria, Zettel’z, Uccellino oder Lüster, die jedem Betrachter ob der Ironie ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern. Mit der neuen Leuchte La Festa delle Farfalle stellt Maurer sein Talent für die darstellende Kunst unter Beweis: 34 weiße Schmetterlinge aus Papier haben auf schlanken Ästchen Platz genommen, die Lichtquelle in Form von LEDs ist auf einem Porzellanteller positioniert und strahlt nach oben und unten. Als farbiger Akzent – sozusagen als i-Tüpfelchen – findet sich hier eine ebenfalls papierene grüne Libelle ein. Um ein wenig Abwechslung hineinzubringen, bietet Ingo Maurer die Schmetterlinge auch in Schwarz und die Libelle in Rot an.

Aus der Reihe tanzen

Für Außergewöhnliches hat auch Kenneth Cobonpue einen guten Spürsinn. Der philippinische Industrial Designer, der für die Verwendung großteils natürlicher Materialien, für die Förderung lokaler Produktion und für das Engagement für gelebte traditionelle Handwerkskunst bekannt ist, hat – vor allem auch in der aktuellen Nachhaltigkeits-Thematik – nicht nur deshalb eine besondere Rolle übernommen. Seine Kollektionen, die bei Weitem nicht nur aus Leuchten bestehen, drücken dabei seine innerste Überzeugung aus. Entstanden sind dabei auch nicht nur mit ihrer Größe beeindruckende Leuchten, zu denen die fliegende Figur Limbo gehört; auf den ersten Blick wirkt diese Kreation wie eine Momentaufnahme einer Luftakrobatin. Der Körper besteht aus einem Geflecht aus hauchdünnen Drähten, die einerseits ein Kunstwerk, andererseits eine funktionale Leuchte entstehen lassen. Mit ihren über 130 cm Länge ist allerdings Platz gefragt.

Auf den Punkt gebracht

Wesentlich zurückhaltender in der Form, aber höchst anspruchsvoll in der Technik präsentiert sich dagegen die Hängeleuchte Mesh von Luceplan, die in ihrer Ausgestaltung ihrem Namen alle Ehre macht. Der mit dem Red Dot Award ausgezeichnete und von Francisco Gomez Paz entworfene Lichtkörper verbindet Design und Funktion auf einzigartige Weise: An den Kreuzungspunkten der Kabel befindet sich jeweils ein Lichtpunkt, dessen Lichtintensität individuell gesteuert werden kann. Das schwarze Netz aus Polycarbonat und Stahl strahlt Leichtigkeit und Souveränität aus. Drei Durchmesser – 55, 80 und 100 cm – stehen hier zur Auswahl.

Den Raum krönen

Eine echte Persönlichkeit ist wohl Maria Theresia Contemporary Colours von Preciosa, eine Leuchtenkollektion, die majestätisch und zeitgemäß zugleich wirkt. Von Extra Small bis Extra Large – im Großen wie im Kleinen entfaltet der Kronleuchter seine prachtvolle Verspieltheit mit weißem, satiniertem Glas, einer ganzen Reihe kräftiger, lebendiger Farben und weichen, femininen Formen. Allein mit der Namensgebung ist die Opulenz Programm: Ein Luxusobjekt, das aristokratische Noblesse mit jugendlicher Frische verknüpft – eines von vielen atemberaubenden Meisterwerken des tschechischen Unternehmens, das seit 1724 handgeschliffenes Kris­tallglas produziert und heute von den Art Direktoren Michael Vasku und Andreas Klug begleitet wird, die unter anderem auch den Preciosa-Flagship-Store in Prag gestaltet haben.

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