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Feel like a VIP © Vienna Airport

Erste Klasse-Ticket oder Privatflugzeug sind für die Sonderbehandlung nicht notwendig.

© Vienna Airport

Erste Klasse-Ticket oder Privatflugzeug sind für die Sonderbehandlung nicht notwendig.

britta biron 20.03.2020

Feel like a VIP

VIP Service Center am Wiener Flughafen verzeichnet Zuwächse.

Schwechat. „Nur fliegen ist schöner” – als der deutsche Werbetexter und -grafiker Carolus Horn 1968 diesen griffigen Slogan für die Markteinführung des Opel GT erfand, waren Flugreisen tatsächlich ein teures und exklusives Vergnügen für wenige. Mittlerweile sind sie zu einer Massenbewegung geworden. Die Statistik der International Air Transport Association (IATA) weist seit Jahren kontinuierliche Zuwächse aus – 2019 waren es rund 4,5 Mrd. Passagiere (+4,2%) und laut einer aktuellen Prognose des Deutschen Zentrums werden es 2040 doppelt so viele sein. Flugscham ist zwar im Zusammenhang mit der aktuellen Umweltdiskussion ein häufiges Schlagwort, erkennbare Auswirkungen auf das Reiseverhalten hat sie – anders als das Coronavirus – kaum.

Persönliche Betreuung

Dass Flugreisen heute deutlich günstiger sind als in den 1960er- Jahren, hat aber nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile, zum Beispiel lange Schlangen bei Pass- und Sicherheitskontrollen und Gedränge an den Gates.
Da denkt so mancher neidvoll an die VIPs, die entspannt und gut versorgt mit Drinks und Snacks in einer eleganten Lounge auf das Boarding warten können, für die das Personal Gepäckaufgabe und Check-in erledigt und die in einer Luxus-Limousine zum Flugzeug gefahren werden.
„Es ist allerdings ein Mythos, dass eine solche Sonderbehandlung nur Besitzern von Privatflugzeugen, prominenten Persönlichkeiten, Staatsgästen oder First-Class-Passagieren zugänglich ist”, sagt Michael Zach, Managing Director General Aviation & VIP Services am Flughafen Wien. „Seit das VIP Service Center im Jahr 2012 eröffnet worden ist, steht es grundsätzlich allen Passagieren, abhängig von Buchungsklasse und Airline, offen. Wir haben das in den ersten Jahren aber nicht aktiv kommuniziert und waren daher eher ein Geheimtipp. Mittlerweile haben wir begonnen, über Print- und Onlinewerbung, Kooperationen mit Reisebüros und die Präsenz auf Reisemessen unsere Marke stärker in den Fokus der Passagiere zu rücken.”

Komfort & Luxus

Auch das Angebot wurde ausgebaut und durch die Einführung der drei Packages – Silber, Gold und Platin – Anfang 2019 klarer strukturiert. Eine Strategie, die gut ankommt – ebenso wie der Umstand, dass die Preise für die Luxusbetreuung (zwischen 336 und 600 € für den ersten Passagier und 176 bis 300 € für jeden weiteren) recht moderat sind.
2019 nahmen bereits 14.000 Fluggäste (ein Plus von mehr als 20%) das VIP-Service in Anspruch. Etwa die Hälfte sind Staatsgäste, Personen aus dem diplomatischen Dienst oder UNO-Mitarbeiter, der Rest „normale” Geschäftsreisende und Urlauber.
„Mit den derzeitigen Kapazitäten wäre eine weitere Steigerung um bis zu 50% möglich”, sieht Zach das VIP Service Center für eine weiter steigende Nachfrage gut gerüstet.

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