LUXURY BRANDS & RETAIL
Grüne Edel-Fashion © Ecoalf (3)

Mittels moderner Technik verwandelt Ecoalf Abfälle in hochwertige Recyclingtextilien und schneidert daraus trendige Freizeitkleidung.

© Ecoalf (3)

Mittels moderner Technik verwandelt Ecoalf Abfälle in hochwertige Recyclingtextilien und schneidert daraus trendige Freizeitkleidung.

britta biron 27.05.2016

Grüne Edel-Fashion

Ecoalf zeigt, wie gut Umweltschutz und hochwertige Freizeitmode zusammenpassen.

Madrid. Zwar haben sich mittlerweile viele Luxusmarken der Nachhaltigkeit verschrieben, achten verstärkt auf faire Produktionsbedingungen, reduzieren Umweltbelastungen in ihren Lieferketten und verzichten auf umstrittene Materialien wie etwa Pelze, aber von einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie mit klar definierten ­Standards sind sie noch weit entfernt.

Grüne Vordenker

Deutlich umfassender gehen dagegen junge Start-ups das Thema ökoverträgliche Mode an. So etwa das spanische Label Ecoalf, das sich seit seiner Gründung 2009 zu einem der wichtigsten Player in diesem Segment entwickelt hat.
„Der sorglose Umgang mit Ressourcen und die wachsenden Müllberge waren mir schon immer ein Dorn im Auge und nach der Geburt meines Sohnes wollte ich aktiv etwas dagegen tun und habe Ecoalf gegründet – ein zu 100% nachhaltiges Fashionlabel, denn die Ausgangsmaterialien für unsere Textilien sind Abfälle, wie Plas­tikflaschen, alte Autoreifen oder ausrangierte Fischernetze”, erläutert Ecoalf-Chef Javier ­Goyeneche. „Insgesamt drei Jahre haben die Entwicklungsarbeiten gemeinsam mit Faserherstellern und Recycling-Experten gedauert, denn ich wollte Stoffe mit der bestmöglichen Qualität, und das Angebot am Markt war nicht annähernd hochwertig und schön genug. 2012 haben wir dann unsere erste Kollektion auf den Markt gebracht; mittlerweile haben wir eine Boutique in Madrid, einen Onlinestore und sind weltweit in 380 Geschäften vertreten und wir sehen, dass die Nachfrage nach ökologischer Mode kontinuierlich steigt.”

Ökomode liegt im Trend

Der wichtigste Markt sind die USA und hier vor allem New York, Seattle und Los Angeles. „Auch Österreich und Deutschland entwickeln sich sehr gut”, freut sich Goyeneche. „Das Thema Mode aus Müll erfordert aber auch viel Aufklärungsarbeit gegenüber dem Konsumenten; daher produzieren wir auch Videos, um zu zeigen, wie, wo und vom wem die Rohmaterialien für unsere Kleidungsstücke und Accessoires gesammelt werden. Aktuell haben wir elf Kooperationen in Spanien, Taiwan, Korea, Portugal, Mexiko und Japan.”
Um die Wege kurz und umweltfreundlich zu halten, wird möglichst nahe an den Orten produziert, wo die Grundmaterialien gesammelt und aufbereitet werden.
Neu dazu gekommen ist ein Recyclingprogramm für Baumwolle.
„Auch dahinter steckt eine spezielle Technik, die allerdings rein mechanisch ist und gänzlich ohne schädliche Chemikalien oder ­hohen Wassereinsatz auskommt”, erläutert Goyeneche.
Mittlerweile verkauft Ecoalf seine Recyclingstoffe auch an andere Hersteller, die auf grüne Fashion setzen wollen
Forschung und Entwicklung bleibt für den Öko-Pionier weiterhin im Fokus, denn es gibt noch viel Müll, den er zwar nicht zu Gold, aber zu Stoffen verspinnen will, aus denen faire Modeträume sind.

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