LUXURY BRANDS & RETAIL
Gute Zeiten für Luxusuhren © AFP/Fabrice Coffrini

Ob alt oder neu: Nobeluhren verkaufen sich wie die warmen Semmeln.

© AFP/Fabrice Coffrini

Ob alt oder neu: Nobeluhren verkaufen sich wie die warmen Semmeln.

britta biron 05.04.2019

Gute Zeiten für Luxusuhren

Hochwertige Zeitmesser waren 2018 sehr gefragt; vor allem Vintage erlebt einen Boom.

••• Von Britta Biron

BIENNE/KARLSRUHE. Wie die Statistik des Verbandes der schweizerischen Uhrenindustrie zeigt, liegen feine Zeitmesser weiter im Trend. Zwar sank die Zahl der exportierten Uhren im Vorjahr gegenüber 2017 um 2,3% auf 23,7 Mio. Stück, beim Umsatz gab es allerdings eine Steigerung von 6,1% auf 19,9 Mrd. CHF.

Steigende Exporte

Der asiatische Markt legte um 12,2% zu, Nordamerika entwickelte sich mit einem Plus von 7,2% ebenfalls positiv. Einzig in Europa gab es ein kleines Minus von 2,9%; Grund waren vor allem die Rückgänge in Italien (-13,4%) und Spanien (-11,4%) und die schwache Nachfrage in Großbritannien (-4,4%).

Die steigende Nachfrage nach Nobeluhren zeigt sich auch in den Jahresergebnissen namhafter Hersteller. Für das mehr als 6%ige Umsatzplus der Swatch Group auf 8,475 Mrd. CHF sorgten vor allem die Prestige-­ und Luxusmarken Blancpain, Omega und Longines – und das, obwohl es durch Kapazitätsengpässe zu Lieferengpässen gekommen war. Der LVMH-Konzern, dessen Uhren- und Schmuckbranche eine Umsatzsteigerung von 37% auf 703 Mio. € verzeichnete, weist zwar keine separaten Zahlen für die einzelnen Produktgruppen aus, hebt in seinem Geschäftsbericht aber explizit die gute Entwicklung der Zeitmesser von Bulgari, Tag Heuer und Hublot hervor.
Über die Onlineplattform chrono24.de, einen der größten digitalen Marktplätze für edle Uhren, wurden im Vorjahr Transaktionen in Höhe von 1,3 Mrd. € abgewickelt; das entspricht einem Plus gegenüber 2017 von 30%. Am häufigsten gingen Modelle von Rolex, Omega, Seiko und Tag Heuer über den virtuellen Ladentisch.

Golden Oldies

Gefragt sind laut chrono24-CEO Tim Stracke besonders Vintage-Modelle: „Wir erleben eine Rückbesinnung auf handwerkliche Uhrmacherkunst, das zeigen unsere Zahlen deutlich. Auf unserem Marktplatz finden sich derzeit über 400.000 Luxusuhren aller Kategorien und Preisklassen, fast 4.500 davon sind Vintage-Modelle. Nach unserer Analyse wird sich die Nachfrage nach diesen pre-loved Uhren – wie wir sie nennen – weiter verstärken. Wir sehen hier ein jährliches Volumen von circa 15 Milliarden Euro weltweit.”

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