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Kunstvolles Comeback © APA / AFP / Yuki Iwamura

Zwar schätzen die Kunstkäufer mittlerweile die Möglichkeit des Online-Shoppings, das schmälerte 2021 aber nicht das große Interesse an klassischen ­Auktionen.

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Zwar schätzen die Kunstkäufer mittlerweile die Möglichkeit des Online-Shoppings, das schmälerte 2021 aber nicht das große Interesse an klassischen ­Auktionen.

Redaktion 22.04.2022

Kunstvolles Comeback

Nach dem Annus horribilis 2020 konnte der globale Kunsthandel und da besonders der Auktionssektor im Vorjahr kräftig zulegen.

••• Von Britta Biron

BASEL. Laut dem aktuellen Report von Art Basel und der Schweizer UBS Bank stieg der globale Gesamtumsatz mit Kunstwerken und Antiquitäten um 29% auf 65,1 Mrd. USD.

Im Händlersektor reichte das 18%ige Plus auf 34,7 Mrd. USD zwar noch nicht ganz aus, um die Corona-Verluste von 2020 zu kompensieren, den Auktionshäusern gelang das dagegen schon: Sie erzielten einen Umsatz von 30,4 Mrd. USA, ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2019.

Sammler waren in …

Etliche Auktionshäuser performten sogar noch besser: Christie’s +22%, Sotheby’s +26% oder Philipps +32%. Das Dorotheum in Wien gibt zwar keine Geschäftszahlen bekannt, lässt aber ausrichten, dass 2021 das bisher beste Jahr seiner Geschichte war und etliche Weltrekordgebote erzielt werden konnten. Besonders erfolgreich war die Moderne Kunst. Diese Präferenz des kunstsinnigen Auktionspublikums bestätigt auch der Art Basel-Report. Das höchste Gebot des Jahres – 103,4 Mio. USD – erzielte allerdings ein Vertreter der Moderne, nämlich Picassos „Sitzende Frau am Fenster” im Mai bei Christie’s in New York.

Der Überflieger waren aber NFTs: Über Plattformen wie Ethereum wurden Krypto-Art und digitale Sammelobjekte um 11,1 Mrd. USD verkauft; 2019 belief sich dieses Segment, für das sich vor allem Hightech-affine junge Sammler und Käufer aus China begeistern, auf lediglich 4,6 Mio. USD.
Mit der neuen Kunstform beschäftigen sich erst wenige Auktionshäuser und Kunsthändler, und die Umsätze, die die Pioniere damit machen, sind vergleichsweise klein. Bei Christie’s waren es im Vorjahr 150 Mio. USD (69,3 Mio. USD allein mit Beeple’s Werk „Everydays: The First 5000 Days”) , bei Sotheby’s 80 Mio. USD. Im Vergleich dazu lagen die Gesamtumsätze der beiden Branchen-Primi bei 7,1 bzw. 7,3 Mrd. USD.

… großer Kauflaune

Wichtiger ist die digitale Technik aber in anderer Hinsicht. Den gesamten Onlineumsatz mit Kunst und Antiquitäten beziffert Art Basel für 2021 auf 13,3 Mrd. USD, was rund einem Fünftel des Gesamtmarkts entspricht – vor der Pandemie wurde nicht einmal ein Zehntel des Geschäfts online gemacht.

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