Pralles Duftbouquet
© Louis Vuitton (3)
Für die 2016 nach einer jahrzehnte­langen Pause wieder gestartete ­Parfüm-Serie von Louis Vuitton ­zeichnet Meisterparfumeur Jacques Cavallier verantwortlich. Spannend ist, wer für Jean Patou, jüngsten Neu­zugang im LVMH-Konzern, die wohl­riechenden Produkte kreieren wird.
LUXURY BRANDS&RETAIL britta biron 28.09.2018

Pralles Duftbouquet

Die LVMH-Gruppe verstärkt ihre Parfümsparte und übernimmt das Traditionshaus Jean Patou.

Paris. Der Duft des Erfolgs umweht den LVMH-Konzern schon seit vielen Jahren, und daran haben Parfüms einen immer wichtigeren Anteil. 2017 stieg der Gesamtumsatz im Segment Parfüm & Kosmetik, – besonders dank der guten Entwicklung der Topmarken Guerlain, Givenchy und Dior – um 14% auf 5,56 Mrd. € und der Gewinn um neun Prozent auf 600 Mio. €; im ersten Halbjahr 2018 konnte ein Umsatz von 2,88 Mrd. € (+16%) und ein Gewinn von 364 Mio. € (+25%) erzielt werden.

Ausbau bei Louis Vuitton

Extra erwähnt wird in den Berichten die 2016 eingeführte Parfümlinie von Louis Vuitton, der größten Marke innerhalb der Gruppe, zwar nicht, angesichts des raschen Ausbaus dieser Kollektion dürften die Nobelparfüms, die es ausschließlich in den Monobrand-Boutiquen gibt, bei den verwöhnten Kunden aber gut ankommen.
Erst kürzlich wurde der erste Unisex-Duft gelauncht (mehr zu Ombre Nomade auf Seite 7), die Damenserie um Attrape-Rêves ergänzt und zeitgleich auch eine komplette Herrenlinie auf den Markt gebracht.
Diese besteht aus fünf Parfüms – alle höchst exquisit und weit entfernt vom Mainstream – und wurde, wie die gesamte Louis Vuitton- Duft-Kollektion, von Meister­parfumeur Jacques Cavallier kreiert. Man darf aber annehmen, dass die „Supernase” angesichts der ­vielen Neuheiten auch ein wenig Hilfe von anderen Duftexperten erhielt.
Wenig bis kaum Arbeit hatten dagegen die Produktdesigner: Nach dem Motto „Einer für alle” gibt es eine Form in jeweils zwei Größen (100 und 200 ml) sowie einen ebenfalls einheitlichen 7,5 ml-Reiseflakon mit Taschenzerstäuber.
Das sorgt nicht nur für einen einheitlichen Auftritt und hohen Wiedererkennungseffekt, sondern auch dafür, dass jeder Duft in die extra für die Kollektion entworfenen, edlen Lederetuis passt.

Neue Marke mit …

Der LVMH-Konzern baut seine Duft-Sparte aber auch mit einer Akquisition weiter aus: In Kürze soll die Übernahme von Jean Patou unter Dach und Fach sein. Bereits vor einem Jahr war Sidney Toledano, damals CEO von Christian Dior und seit Anfang 2018 Präsident der LVMH-Fashionsparte, als Vorstandsvorsitzender eingesetzt.

… viel Tradition

Das 1912 von Jean Patou gegründete Modehaus startete bereits im Jahr 1925 mit Düften – am bekanntesten und erfolgreichsten ist Joy, das es seit 1936 gibt und damals als teuerstes Parfüm der Welt galt – und konzentrierte sich nach dem Ausstieg aus dem Fashionbusiness Ende der 1980er-Jahre ganz auf Parfüms und Kosmetik.
2011 wurde Patou von Procter & Gamble übernommen und 2013 an die britische Designer Parfumes-Gruppe verkauft. Aus den damals verlauteten Plänen, die Mode wieder aufzunehmen, ist bisher nichts geworden, der Einstieg der LVMH-Gruppe lässt das für die Zukunft aber wahrscheinlich werden.

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