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Vintage liegt total im Trend © Bucherer

Die Konzepte reichen von eigenen Zertifikaten für die geprüfte Echtheit der alten Schätze bis zur Einrichtung separater Secondhand-Abteilungen in den Geschäften.

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Die Konzepte reichen von eigenen Zertifikaten für die geprüfte Echtheit der alten Schätze bis zur Einrichtung separater Secondhand-Abteilungen in den Geschäften.

britta biron N/A

Vintage liegt total im Trend

Nach den Onlineplattformen steigen jetzt Hersteller und traditionelle Händler in den Markt für geprüfte Gebrauchtuhren ein.

Luzern/Biel/Zürich. Die Nachfrage nach neuen Nobeluhren steigt – zwar nicht mehr so rasant wie vor der letzten Finanzkrise, aber kontinuierlich. Ein noch besseres Geschäft scheinen aber Zeitmesser aus zweiter Hand zu sein. Zwar liegen dafür keine konkreten Zahlen vor, aber seriösen Expertenschätzungen zufolge beträgt der Umsatz allein am US-Markt 30 Mrd. USD und ist damit drei Mal höher als jener mit Neuware.

Wachsende Nachfrage

Ein weiteres starkes Indiz für den Boom ist die steigende Zahl der Anbieter. Neben den großen Auktionshäusern und kleinen lokalen Spezialgeschäften, den alten Hasen im Certified Pre Owned-Sektor (CPO), haben sich international tätige Plattformen wie chrono24, Chronext oder Horando am Markt etabliert. Und jetzt springen auch Hersteller und traditionelle Händler auf den Zug auf.
Mitte des Vorjahres hatte der Schweizer Richemont-Konzern, zu dem Nobelmarken wie A. Lange & Söhne, Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre oder Vacheron Constantin gehören, die britische Firma Watchfinder übernommen, die über einen Onlineshop und sieben stationäre Läden Gebrauchtuhren an- und verkauft. Die LVMH-Gruppe, unter deren Dach Hublot, TAG Heuer und ­Zenith ticken, plant ebenso wie Breitling und Audemars Piguet den Einstieg in den CPO-Markt.
Omega hat vor Kurzem einen neuen Service gelauncht, der klar auf diesen Sektor abzielt: ein offizielles Echtheitszertifikat für seine Vintage-Uhren. Raynald Aeschlimann, CEO und Präsident der Marke, dazu: „Es ist uns ein Anliegen, das Vertrauen für unsere Uhren innerhalb des Vintage- und Pre Owned-Sektors zu stärken und jene zu unterstützen, die sich für den Markt interessieren.”
Auch Bucherer, seit der Übernahme des US-Retailers Tourneau Anfang des Vorjahres der größten Uhrenhändler der Welt, hat ein eigenes Echtheitszertifikat für gebrauchte Uhren eingeführt. Das Engagement im Geschäft mit edler Secondhand-Ware geht aber noch weit darüber hinaus.
Angeboten werden die CPO-Uhren sowohl im Online-Store als auch in ausgewählten Boutiquen. Anfang September wurde die neue Abteilung in der speziell dafür adaptierten vierten Etage der Genfer Boutique eröffnet, im Oktober erhielt dann der Zürcher Flagship-Store einen CPO-Sektor, und vor Kurzem wurde auch im Hamburger Geschäft einer eingerichtet. Im nächsten Jahr soll London mit einem exklusiven Projekt in Covent Garden folgen und danach steht eine CPO-Präsenz in Paris auf dem Plan. „Wir möchten das Geschäft mit luxuriösen Uhren aus Vorbesitz neu definieren und diesen wunderbaren Uhren die Plattform und Umgebung bieten, die sie als Luxusobjekte verdienen. Bucherer steht für Tradition, Zuverlässigkeit, Präzision und entsprechende Glaubwürdigkeit und kann CPO ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit rücken”, erläutert Guido Zumbühl, CEO der Bucherer Gruppe.

Neue Zielgruppen

Mit dem neuen Konzept spricht man sowohl die typischen Sammler an, die nach besonderen Raritäten suchen, als auch Uhrenfreunde, die einen alten Zeitmesser für einen neuen in Zahlung geben wollen, sowie Neukunden, die sich ein neues Modell nicht leisten können oder wollen.
Von den Chancen im CPO-Bereich ist man auch beim großen Schweizer Uhrenhändler Les Ambassadeur überzeugt: Bereits im Mai wurden in den Geschäften in Zürich und in Genf separate Loun­ges für den An- und Verkauf geprüfter Gebrauchtuhren eröffnet, mittlerweile gibt es sie auch in den Filialen in Luzern und Lugano.

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