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Zeitlos schöne Kostbarkeiten © Arnold Pöschl

Purpur, die edelste Farbe für Porzellan, ist das verbindende Element zwischen allen Stücken der der Kollektion zum 300 Jahres-Jubiläum.

© Arnold Pöschl

Purpur, die edelste Farbe für Porzellan, ist das verbindende Element zwischen allen Stücken der der Kollektion zum 300 Jahres-Jubiläum.

britta biron 25.05.2018

Zeitlos schöne Kostbarkeiten

Die Porzellanmanufaktur Augarten feiert 300 Jahre Wiener Porzellan mit einer Jubiläumskollektion und vielen Aktionen.

Wien. Die Porzellanmanufaktur Augarten besteht zwar „erst” seit 95 Jahren (was durchaus Grund genug für ein Jubiläum wäre), aber die Ursprünge des Unternehmens reichen sehr viel weiter zurück. Heute vor genau 300 Jahren erhielt Claudius Innocentius du Paquier, k&k Hofkriegsagent, von Kaiser Karl VI ein Spezialprivileg für die Porzellanherstellung in der Donaumonarchie, und Augarten ist der legitime Erbe des von Paquier gegründeten Unternehmens.

Denn auch wenn sich im Laufe der drei Jahrhunderte vieles geändert hat – das Material und die Art der Verarbeitung sind gleich geblieben. Auch heute wird jedes Stück in aufwendiger Handarbeit hergestellt und das wird auch in Zukunft so bleiben.
„Die entscheidende Konstante einer Manufaktur ist immer das Handwerk. Dieses zu pflegen und weiterzuentwickeln, ist mitunter eine unserer größten und wichtigsten Aufgaben”, sagt Geschäftsführer Thomas Eccli. Der ist man durchaus gewachsen, wie auch die Jubiläumskollektion zeigt.

Das Erbe bewahren …

„Unser Ziel war es, vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart einen eindrucksvollen Bogen zur Herstellung, aber vor allem auch der Verwendung von Porzellan zu zeigen”, sagt Eccli und erläutert die Details: „Für den Beginn steht die Trembleuse, eine in der Anfertigung hochkomplexe Zittertasse, die sich vor allem im 18. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreute und die ursprünglich für den Genuss heißer Schokolade im Bett gedacht war. Das darauffolgende Jahrhundert repräsentiert ein prächtiger Weinkühler, und für das 20. Jahrhundert steht eine unglaublich elegante Figur im Stil des Art Déco; der Entwurf stammt aus dem Jahr 1931 und man kann ihn als echten Glücksfund in unseren Archiven bezeichnen. Als Symbol für die Gegenwart haben wir uns für einen modernen Klassiker entschieden, die Augarten-Champagnerschale.”

… und dabei immer …

Das Element, das diese stilistisch so unterschiedlichen Produkte miteinander verbindet, ist die Farbe Purpur. Gewählt wurde sie freilich nicht deswegen, weil sie der diesjährigen Trendfarbe Ultraviolett ähnelt – das ist ein hübscher und auch passender Zufall –, sondern, so Eccli, „weil Purpur die edelste Farbe ist, die man auf Porzellan aufbringen kann”.

… mit der Zeit gehen

Einen detaillierten Überblick über die Geschichte des Wiener Porzellans bietet die Ausstellung „Ewig schön” im Augarten Museum noch bis 13. Oktober; daneben widmet auch das MAK Museum für Angewandte Kunst dem Wiener Porzellan eine große Jubiläums-Schau. „Für den Herbst sind dann weitere Kunst-Schwerpunkte geplant. Vorbereitet werden unter anderem Projekte mit der Berliner Galerie Arcanum, jungen Künstlern der Angewandten sowie zeitgenössischen österreichischen ­Designern”, verrät ­Eccli.
Den Austausch mit externen Kreativen pflegt man seit den 1920er-Jahren, und daraus sind etliche Bestseller entstanden wie etwa das Mokkaservice „Melon”, das Josef Hofmann 1929 entworfen hat und das kürzlich um eine große Kaffeetasse ergänzt wurde. Sehr erfolgreich sei auch die im Herbst gemeinsam mit der Textilmanufaktur Backhausen entwickelte Vogelkolonie-Kollektion.
„Heuer möchten wir uns vor allem auf die eigenen Schätze aus den letzten Jahrzehnten konzentrieren. Wir setzen verstärkt auf unsere historische Stärke und bemühen uns, dem Slogan ‚Handgemacht in Wien' wieder jenen internationalen Stellenwert zu verleihen, den er verdient. Zusätzlich bemühen wir uns, eine historische Wahrheit wieder verstärkt ins Bewusstsein zu bringen, nämlich was Porzellan schon immer war und bis heute ist: ein sehr schönes ­Geschenk.”

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