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2020 gehört Radio zu den Gewinnern © Panthermedia.net/Ensup
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Redaktion 23.04.2021

2020 gehört Radio zu den Gewinnern

In Zeiten, wo schnell und ­effizient mit Konsumenten kommuniziert werden muss, konnte vor allem die ­Gattung ­Hörfunk ihre Vor­teile ausspielen.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Ob das Platzen der Dot.Com-Blase im Jahr 2001 oder die Finanz- und Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 bzw. 2009 oder der März 2020, der Beginn der Coronakrise – egal welches Unheil über das Land oder die Welt hereinbricht, eine der ersten Maßnahmen, die Marketingverantwortliche treffen, um zu erwartende Ausfälle bei den Erlösen abzufedern, ist das Kürzen von Kommunikationsbudgets, womit oft Medien die ersten Opfer einer Wirtschaftlichen Rezession sind .

Plus 9,1% laut Focus

Doch auch dies Mal gab es bei den Medien eindeutige Sieger. Neben Online mit 7,6% zählt Radio mit satten 9,1% Zuwachs bei den Werbespendings zu den Gewinnern in 2020. Entsprechend positiv fallen auch die Rückmeldungen der Verantwortlichen aus der Branche aus, gefragt nach einem ganz persönlichen Rückblick für ihr jeweiliges Unternehmen.

ORF

So meint etwa ORF-Radiodirektorin Monika Eigensperger gegenüber medianet: „2020 war für die ORF-Radios ein herausforderndes Jahr. Binnen kürzester Zeit musste sowohl inhaltlich als auch von den Gestaltungsabläufen her vieles neu gedacht und umgesetzt werden. Dies ist uns gelungen durch den Einsatz, die Kreativität und die Flexibilität aller unserer Mitarbeiter. Und so konnten wir auch in diesem außergewöhnlichen Jahr exzellente Radioprogramme für unsere Hörerinnen und Hörer gestalten. Trotz und wegen aller Anstrengungen war das Jahr 2020 für die ORF-Radios eine Erfolgsgeschichte, die wir im Jahr 2021 fortsetzen werden.”

Die Sache mit Prognosen …

medianet hörte sich auch beim Privaten Mitbewerb um, etwa bei Österreichs größtem und einzigem nationalen Privatsender Kronehit.

In Bezug auf einen Ausblick vor allem auf das laufende Jahr zeigt sich dessen Geschäftsführer Ernst Swoboda noch etwas zurückhaltend bis pessimistisch: „Die gewünschte Prognose für die nächste Zukunft abzugeben, ist sehr schwierig, da vieles nicht voraussehbar oder einschätzbar ist; ich fürchte inzwischen allerdings, dass mangels eines umfassenden und konsequent verfolgten Plans zur Bekämpfung der Pandemie, der über ad hoc-Reaktionen nach dem Motto try and error hinausgehen würde, die aktuelle Situation mit immer wiederkehrenden Lockdowns und Einsperrungen noch Jahre weitergehen könnte.”

Neue, digitale Angebote

Doch so wie in vielen anderen Branchen hat man auch bei Kronehit 2020 dazu genutzt, um vieles deutlich voranzubringen und Neues einzuführen: „Natürlich haben wir auch aus dem Corona-Jahr 2020 einiges Positives ‚mitgenommen'. So haben wir in Rekordzeit den Sendebetrieb auf ‚Fernbetrieb' umstellen können, sodass wir an keinen festen Standort mehr gebunden sind sondern von (fast) jedem Ort die Ausstrahlung des Programms steuern können und unsere Redakteure und Moderatoren von (fast) jedem Ort aus ins Programm einsteigen können; dementsprechend haben wir Homeoffice massiv ausgebaut und sehr gute Erfahrungen damit machen können, sodass wir auch in Zukunft einen relevanten Teil des Betriebs so abwickeln werden; digitale Events wurden kreiert, neue effiziente Kampagnen für Online-Angebote unserer Kunden entwickelt und unsere digitalen Angebote haben an Reichweiten und Nutzung stark zugelegt.” Trotz allem Positiven hat Swoboda für 2020 ein klares Statement: „Nichts- destotrotz hätte ich auf diese Krise gern verzichtet ...”

Zwischen on und off

Ähnlich sieht es Joachim Feher, Geschäftsführer des Privatradio-Werbezeitenvermarkters RMS: „Eines kann man auf jeden Fall nach über 400 Tagen Corona konstatieren: Corona und einschränkende Maßnahmen begleiten uns noch länger, da die Zeitpläne zur Eindämmung der Pandemie ständig gedehnt werden müssen. Audio bleibt 2021 auf jeden Fall das Medium der Stunde.”

Seine Begründung: „Radio ist schnell: Spots können innerhalb eines Tages produziert und umgehend on Air gebracht werden; es ist reichweitenstark – innerhalb einer Woche wissen über 90 Prozent der Österreicher Bescheid; Radio ist agil: Der Spot-Content kann rasch an die aktuelle Situation und die gesetzlichen Bestimmungen angepasst und, wenn notwendig, kann die Kampagne auch kurzfristig gestoppt werden; Radio ist aktivierend: Radiowerbung bringt die Menschen in die Shops – online und real; und Radio ist effizient: In keiner anderen Mediengattung ist eine kraftvolle Spotproduktion so günstig und dies in Kombination mit sensationell niedrigen TKPs.”

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