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Alphabet löst Apple als innovativste Firma ab © Googl Inc.
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Redaktion 06.05.2019

Alphabet löst Apple als innovativste Firma ab

BCG-Ranking der innovativsten 50 Unternehmen: Google liegt erstmals auf Platz 1.

WIEN. Mehr deutsche Firmen sind in der Liste der 50 innovativsten Unternehmen als je zuvor - Adidas darunter Spitzenreiter auf Platz zehn. Österreichische Unternehmen haben Aufholbedarf – industrielle Datenbasis als Chance für den Einsatz fortschrittlicher Technologien. Den Spitzenplatz im jährlichen Innovationsranking der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) der weltweit 50 innovativsten Unternehmen hat erstmals der Google-Mutterkonzern Alphabet erobert, während Technologie-Wettbewerber Apple als bisheriger Seriensieger auf den dritten Platz hinter Online-Händler Amazon rutschte. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie The Most Innovative Companies 2019 – The Rise of AI, Platforms, and Ecosystems, für die BCG weltweit über 2.500 Topmanager nach ihrer Wahrnehmung in Sachen Innovation befragt und Innovations¬kennzahlen der Unternehmen analysiert hat. Erstmals haben neun deutsche Firmen den Sprung unter die 50 innovativsten Unternehmen geschafft. Die innovativste deutsche Firma ist der Sportartikelkonzern Adidas auf Rang zehn des Rankings.

„Die im Ranking vertretenen Unternehmen zeichnet aus, dass sie über die reine Produktinnovation hinaus denken. Sie haben alle Kundenschnittstellen im Blick und entwickeln rund um ihr Produkt innovative Dienstleistungen, schaffen neue Prozesse und bauen dort, wo es notwendig ist, Partnerökosysteme auf“, sagt BCG-Österreichchef Lukas Haider.

Deutsche Unternehmen legen Innovationssprung hin
Gegenüber dem Vorjahr haben sich viele deutsche Unternehmen im Innovationsranking deutlich verbessert und sind mit neun Firmen nach den US-Unternehmen am zweit¬stärksten in den Top 50 vertreten. Nach Sportartikelhersteller Adidas, der um 25 Plätze zulegte, haben zwei weitere Konzerne aus Deutschland den Sprung in die Top 20 geschafft: Chemiekonzern BASF kletterte von Rang 23 auf 12 und Technologiekonzern Siemens von Rang 21 auf 16. Darüber hinaus sind der Chemie- und Pharmakonzern Bayer (24), das Versicherungsunternehmen Allianz (26), der Autohersteller BMW (27), die Softwarefirma SAP (28) sowie die beiden Autobauer Volkswagen (38) und Daimler (47) unter den 50 innovativsten Unternehmen platziert.

Dass so viele deutsche Vertreter unter den Top 50 sind, bestätigt den Trend der vergangenen Jahre. „Deutsche Unternehmen haben erkannt, wie sie die Daten ihrer weltweit installierten Geräte, Maschinen und Anlagen richtig nutzen können, um im internationalen Wettbewerb nicht nur Schritt zu halten, sondern sogar aufzuholen“, so Haider. „Die Daten sind die Grundlage für die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle.“

Trotz Spitzenplätzen zeigt sich Aufholbedarf in der Breite
Ein gespaltenes Bild zeigt sich in Deutschland, wenn es um die Bewertung der eigenen Unternehmen geht. Zwar räumen 84 Prozent der befragten deutschen Führungskräfte Innovation eine hohe Bedeutung in ihren Unternehmen ein, doch setzen nur wenige Firmen bisher digitale Innovationsprojekte um. Nur jeweils etwa ein Fünftel der Unternehmen bauen auf Plattformökosysteme, Datenanalyse oder digitales Design. Das sind im Schnitt fast elf Prozentpunkte weniger als im globalen Vergleich. Beim Thema Künstliche Intelligenz sehen sich zwar ein Viertel der Befragten als Vorreiter, jedoch auch fast ein Fünftel als Nachzügler. „Die starke Präsenz deutscher Unternehmen in den Top 50 zeigt, dass es immer mehr Unternehmen schaffen, sich zu Innovationsführern zu entwickeln. Gleichzeitig ergibt die Selbsteinschätzung der Unternehmen, dass es in der Breite noch Aufholbedarf hinsichtlich der Innovationskraft gibt“, sagt Florian Grassl, Partner bei BCG und Co-Autor der Studie.

Partnerschaften in digitalen Ökosystemen sorgen für Wettbewerbsvorteil
Insgesamt machen die Digitalkonzerne aus den USA die Spitzenplätze im Ranking unter sich aus. Hinter Alphabet folgen mit Amazon, Apple und Microsoft weitere amerika¬nische Tech-Konzerne. Führende Unternehmen setzen dabei immer stärker auf Partnerschaften. Drei von vier dieser Firmen arbeiten im Innovationsprozess mit Inkubatoren, während mehr als vier Fünftel Partnerschaften mit Wissenschaft und anderen Unternehmen nutzen. „Innovation entsteht im digitalen Zeitalter immer häufiger durch externe Kooperation“, erklärt Haider. „Die Vorreiter gehen nachhaltige Partnerschaften ein und kreieren Plattformen, bei denen Kunden von einer Kombination unterschiedlicher Fähigkeiten und Positionen profitieren – und einen echten Mehrwert erhalten.“ (red)

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