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Aus Liebe zum Druck © Druckwerkstatt
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Redaktion 19.04.2019

Aus Liebe zum Druck

Wer sich an die Druckwerkstatt von Robert Bincik wendet, bekommt einen ­allumfassenden Service – von der Grafik über den Druck bis hin zum Versand.

WIEN. Robert Bincik, Gründer und Eigentümer der Druckwerkstatt, einem Unternehmen, das von der Grafik über den Druck bis zum Versand alles anbietet, im Gespräch mit medianet.

medianet:
Herr Bincik, ‚Wir lieben Druck' heißt es auf der Website der Druckwerkstatt. Woher kommt diese Leidenschaft?
Robert Bincik: Die Begeisterung für Druck wurde mir quasi in die Wiege gelegt, denn bereits mein Vater war Betriebsleiter in der Druckbranche. Ich habe auf der ‚Grafischen' studiert und war dann zunächst bei Edelbacher Druck, wo ich mir zu meiner theoretischen Ausbildung sehr viel praktisches Wissen aneignen konnte, da ich dort jeweils ein halbes Jahr in einer anderen Abteilung gearbeitet habe. Dann war ich als Betriebsleiter in unterschiedlichen Druckereien tätig und habe mich vor mittlerweile 15 Jahren schließlich selbstständig gemacht.

 

medianet: Wie kam es zu dem Entschluss, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen?
Bincik: Als Betriebsleiter war ich immer sehr eingespannt. Als dann meine Kinder zur Welt gekommen sind, wollte ich mehr Zeit für sie haben. Aus dem Beweggrund heraus, weniger arbeiten zu wollen, habe ich mich also als Druckvermittler selbstständig gemacht – was sich natürlich als riesengroßer Irrtum herausgestellt hat. Mittlerweile arbeitet aber eines meiner Kinder auch schon im Unternehmen, also hat es ihnen zumindest ein bisschen was gebracht. (lacht)

medianet:
Sie waren also sozusagen ein klassischer Makler, der für die Druckaufträge seiner Kunden die passende Druckerei findet.
Bincik: Ja genau. Das war damals ein sehr gut funktionierendes Geschäftsmodell, da gab es eine überschaubare Anzahl an Druckvermittlern, die wirklich viel Fachkompetenz hatten. Heute ist das ein bisschen anders. Das Maklerdasein ist schwieriger geworden, weil es erstens sehr viele gibt und zweitens der Ruf der Druckvermittler darunter gelitten hat, dass unter den vielen auch einige sind, die nicht viel Ahnung vom Geschäft haben. Das hat dieses Berufsbild ein bisschen in Verruf gebracht.

medianet:
Die erschwerten Bedingungen scheinen sich über die Jahre auf die Druckwerkstatt aber nicht negativ ausgewirkt zu haben ...
Bincik: Nein, wir konnten uns konstant weiterentwickeln. Ich habe damals allein begonnen – mit einem einzigen Kunden. Viele meiner ehemaligen Kunden sind dann auf der Suche nach einer Lösung von drucktechnischen Herausforderungen an mich herangetreten. Das hat relativ schnell eine Eigendynamik angenommen – auch, weil ich durch meine Branchenkenntnis sehr viele unterschiedliche Produkte anbieten konnte und kann. Nach einem Jahr waren wir zu dritt, nach weiteren drei Jahren zu sechst und später dann zu neunt. Dann übernahm ich eine Druckerei aus dem Konkurs, unser Hauptgeschäft war aber immer noch das Makeln.

Und dann kam der Digitaldruck, der sich durch seine Kurzfristigkeit und die kleineren Chargen vergleichsweise schwierig zur Vermittlung eignet. Außerdem konnten wir damals keinen Partner im Digitaldruck finden, der langfristig unseren Qualitätsanspruch gehalten hätte. Daraufhin habe ich beschlossen, selbst in die Produktion im digitalen Bereich einzusteigen. Das war vor vier Jahren. Wir haben massiv in diesen Bereich investiert und heute sind wir 22 Mitarbeiter mit über sechs Millionen Euro Umsatz.


medianet:
Das digitale Druckwesen war schon eine Zäsur für die Druckbranche. Die, die es genutzt haben, haben stark davon profitiert – die, die es versäumt haben, haben Probleme bekommen.
Bincik: Digital ist die Zukunft, davon bin ich überzeugt. Die Auflagenzahlen werden kleiner, und du musst schneller liefern, aber dafür wird auch immer öfter publiziert. Es sind heute eben viele kleine Projekte statt weniger großer. Man druckt immer aktuell und hat keine großen Lagerbestände mehr. Auch die Personalisierung ist ein wichtiges Thema im Digitaldruck. Ich glaube, dass viele Marktbegleiter, die aus dem Offsetdruck kommen, die Wertschöpfung nicht sehen, die ich mit Digitaldruck erreichen kann. Die haben eben ihre riesigen Umsätze mit hohen Investitionen, Digitaldruck wird da immer ein bisschen stiefkindlich behandelt. Ein oft begangener Fehler ist auch, zu glauben, dass Digitaldruck einfach nur bedeute, auf einen Knopf zu drücken. Das ist falsch, denn hier bedarf es einer sehr hohen fachlichen Kompetenz. Die Endfertigung etwa ist im Digitaldruck um einiges heikler als im Offset und funktioniert tatsächlich auch nur, wenn man alles im Haus macht – so wie das bei uns in der Druckwerkstatt der Fall ist.

medianet: Viele Druckereien mussten in den letzten Jahren zusperren. Welchen Herausforderungen müssen sich die Drucker in Zeiten wie diesen stellen?
Bincik: Ein Thema ist bestimmt, dass viele den Markt nicht verstehen. Man muss heute ständig neu denken, um Geschäftsfelder entdecken und weiterentwickeln zu können, weil die technische Entwicklung in der Druckbranche extrem schnell vonstattengeht. Wenn man mit Onlineplattformen konkurrieren will – was man tun muss, um zu überleben –, dann muss man nicht nur höchste Qualität und Beratungskompetenz garantieren, sondern auch den Verkauf dahingehend schulen. Ich glaube dennoch, dass Print noch lange nicht tot ist – im Gegenteil.

Die Anzahl von Standard-Druckprodukten wie etwa dem klassischen Flyer wird zwar vielleicht weiter sinken, dafür werden andere, speziellere Produkte zunehmen. Druck kommuniziert aufgrund der Haptik eine gewisse Wertigkeit, die man auf einem Bildschirm so nicht hinbekommt, und wird deshalb noch lange bestehen. (ls)

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