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Ausschlussverfahren © Barbara Toth/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

Zutritt zur PK verweigertDer Journalistin Barbara Tóth vom Falter wurde der Zutritt zu einer ÖVP-PK ohne Begründung verweigert.

© Barbara Toth/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

Zutritt zur PK verweigertDer Journalistin Barbara Tóth vom Falter wurde der Zutritt zu einer ÖVP-PK ohne Begründung verweigert.

Redaktion 06.09.2019

Ausschlussverfahren

Bei der gestrigen Hacker-Pressekonferenz der ÖVP wurde u.a der Falter ausgesperrt.

WIEN. Recht kurzfristig rief gestern die ÖVP die wesentlichen Journalistinnen und Journalisten des Landes zu einem Pressegespräch, um zu berichten, dass man Opfer eines groß angelegten Hackerangriffs geworden sei, bei dem Daten gestohlen, manipuliert oder sogar hinzugefügt worden sein könnten.

Relevant ist dieser vermeintliche Vorfall vor allem vor dem Hintergrund der vom Falter kürzlich geleakten Informationen über angeblich explodierende Wahlkampfkosten der ÖVP.
Beim Pressetermin selbst wurde u.a. mit dem Falter auch einer Zeitung der Zutritt verweigert, die über die vermeintlichen Wahlkampfbudget-Unstimmmigkeiten (es gilt die Unschuldsvermutung) berichtet hatte.
Aus der ÖVP hieß es gegenüber medianet, man habe sich aufgrund des tagesaktuellen Themas entschieden, lediglich „tagesaktuelle Medien sowie Agenturen einzuladen”.

PK vs. Hintergrundgespräch

Falter-Journalistin Barbara Tóth gab gegenüber medianet an, sie habe vom Termin erst über Twitter erfahren und sei dann zur ÖVP-Parteizentrale hingefahren, wo sie aber dann zum Gespräch nicht vorgelassen wurde. Der Falter sei nicht eingeladen, ob sie das nicht wüsste?, informierte sie ein Pressesprecher der ÖVP. Auf die Frage, warum nicht, gab es keine Begründung. „Ich wurde nur gebeten, zu gehen”, so Tóth gegenüber medianet.

Tóth weiter: „Es ist üblich, dass bei einem Hintergrundgespräch ausgewählte Medien eingeladen werden. Dieser Termin war aber eine Pressekonferenz. Ton- und Bildaufnahmen waren erlaubt, alle Medien bis auf Falter, Puls 24 und profil waren geladen. Es wurden also unter dem Vorwand, ein Hintergrundgespräch zu machen, kritische Medien ausgeschlossen. Das sind neue Methoden, die die Presse- und Meinungsfreiheit einschränken.” (red)

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