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Barbra Streisand lässt schön grüßen
Redaktion 25.06.2021

Barbra Streisand lässt schön grüßen

Mit ihrer Regenbogen-Allergie lenkt die UEFA den Fokus erst recht auf LGBTQ+-Themen.

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

ROSA ELEFANT. Für jene, die ihn nicht kennen sollten, hier kurz erklärt: Vor Jahren wurde die kalifornische Küste für ein Internet-Projekt hochauflösend fotografiert, unter anderem auch das Haus von Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand. Da diese aber nicht wollte, dass Bilder von ihrem Haus im Netzt zu finden sind, wollte sie diese vom besagten Foto-Projekt (­California Costal Project) gelöscht wissen. Die Macher wehrten sich öffentlichkeitswirksam, worauf die Öffentlichkeit erst recht auf die Bilder mit dem Haus der Künstlerin aufmerksam wurde.

Die Bilder sind übrigens weiter im Netz abrufbar, und seit diesem Tag heißt so ein Vorkommnis, bei dem man versucht, etwas zu verheimlichen, wodurch aber noch mehr Staub aufgewirbelt wird, eben Barbra Streisand-Effekt.
Und so geht es nun auch der UEFA – Sie wissen schon: Fußballstadien, Katar, Sklavenarbeit usw, was verhindert hat, dass als Zeichen des Pride-Monats ein Stadion in München in den Regenbogenfarben eingeleuchtet wird, weil das ein politisches Zeichen wäre, und die UEFA wäre doch so unpolitisch; es wurde genau das Gegenteil erreicht – das besagte Münchner Stadion zwar nicht, aber reihenweise leuchten dafür andere Stadien in bunten Farben wie ein Christbaum im Juni und das bringt das Thema LGBTQL+ erst recht aufs Tapet.
Sicherlich alles andere als die UEFA beabsichtigt hatte, aber sie wollte es halt nicht anders.

Grenzen überqueren

Wenn wir schon beim Thema sind: Carl Nassib, Spieler bei der amerikanischen NFL und dort Verteidiger bei den The Raiders, hat sich vor Kurzem als erster aktiver Spieler in dieser Sportart als schwul geoutet.

Nassib, ein Berg von einem Mann, erfüllt ja so gar nicht die gängigen Klischees, die man so über schwule Männer gern verbreitet; er ist auch gerade deshalb ein wunderbares Zeichen dafür, dass es Zeit wird, Normales normal sein zu lassen.
Und ich will ja nichts provozieren: Aber es wäre gerade Fußball-EM …

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