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Customized Charity
Redaktion 25.06.2021

Customized Charity

Wie man zur Finanzierung des Allgemeinwohls beiträgt, wird man sich wohl aussuchen dürfen.

Leitartikel ••• Von Sabine Bretschneider

 

PFADFINDER. Die gute Nachricht zum Tage: Der US-Investor Warren Buffett, berichtet die APA, trennte sich im Laufe der vergangenen 15 Jahre von der Hälfte seines Vermögens. Die noch verbliebenen 50 Prozent seiner Anteile an der Investmentholding Berkshire Hathaway sind noch ca. 100 Mrd. USD wert. Alles, so Buffett, werde letztlich gespendet werden. Er hatte 2006 angekündigt, sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke abzugeben, im Rahmen der von ihm und Bill Gates gegründeten Initiative „The Giving Pledge” (Das Versprechen, etwas herzugeben). Sie soll besonders reiche Individuen und Familien dazu animieren, den Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Falls Ihr Interesse geweckt ist oder Ihr Gewissen Sie drückt: Zielgruppe dieser spezifischen Aktion sind Multi-Milliardäre; allerdings gibt es etliche weitere philanthropische Neigungsgruppen.

Kürzlich war Buffett in geleakten Dokumenten der US-Steuerbehörde IRS aufgetaucht. Dabei gelangten Steuererklärungen von Superreichen wie Jeff Bezos, Elon Musk oder eben Warren Buffett an die Öffentlichkeit, publiziert von der Investigativ-Plattform „ProPublica”. Deren berechnetes und belegtes Fazit: Amazon-Chef Jeff Bezos etwa zahlte 2007 und 2011 gar keine Einkommensteuern – ein Kunststück, das in anderen Jahren auch Musk und, eben, Buffett gelungen war. Er erzielte laut ProPublica von 2014 bis 2018 eine Steuerquote von 0,1 Prozent. Im Land der Suppenküchen-statt-Sozialstaat-Mentalität sucht man sich eben gern aus, wohin das sauer verdiente Geld fließen soll. O-Ton Buffett in einer Stellungnahme: Sein Spendengeld sei nützlicher für die Gesellschaft. Eine von ProPublica angebotene Erklärung für die legale Steuerspar-offensive: Bei Milliardären berechne sich die Steuer nicht aus dem Einkommen, sondern aus Vermögen in Form von Aktien und Immobilien; man subtrahiere Kredite, Investmentverluste …
ProPublica hat bereits zugesagt, nach der nächsten Phase der Auswertung gern weitere konkrete Steuerschlupflochtipps unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

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